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Boulevard

Promi-Geburtstag vom 20. März 2020: William Hurt

Film

Freitag, 20. März 2020 - 00:09 Uhr

von Von Barbara Munker, dpa

dpa Los Angeles. Er steht pausenlos vor der Kamera, doch William Hurt ist ein unauffälliger Star. Jahrzehnte nach seinem Oscar-Gewinn für „Kuss der Spinnenfrau“ ist er mit 70 Jahren weiter im Geschäft.

William Hurt wird 70. Foto: Andrew Kelly/epa/dpa

William Hurt ist ein stiller Star. Schon in seiner Glanzzeit in Hollywood war er kein Mann großer Worte. „Ich habe das nicht erwartet, ich weiß nicht, was ich sagen soll“, stotterte Hurt 1986 auf der Oscar-Bühne in seiner kurzen Dankesrede.

Damals 36 Jahre alt, hielt er den Oscar als bester Hauptdarsteller in der Hand. Hurt hatte unter anderem Harrison Ford und Jack Nicholson übertrumpft.

Den ersten und bisher einzigen Oscar seiner langen Filmkarriere gewann er für die Darstellung des homosexuellen Häftlings Luis Molina in dem Drama „Kuss der Spinnenfrau“, der mit einem politischen Gefangenen (Raúl Juliá) während der Militärdiktatur in einem südamerikanischen Gefängnis sitzt.

Diesen Preis teile er mit Raúl, sagte Hurt. Er dankte den „mutigen Menschen“ in Brasilien, die den Film möglich machten, und fügte noch schnell hinzu: „Ich bin sehr stolz, ein Schauspieler zu sein“.

Das war Hurts kurzer Moment im Oscar-Rampenlicht. Doch der Charakterdarsteller, der heute 70 Jahre alt wird, war längst ein gefragter Star. Er hatte schon den Thriller „Heißblütig - Kaltblütig“ (1981) mit Kathleen Turner und den Kultstreifen „Der große Frust“ (1983) gedreht, beide unter der Regie von Lawrence Kasdan.

Es ging Schlag auf Schlag weiter. In „Gottes vergessene Kinder“ glänzte Hurt als einfühlsamer Lehrer an einer Schule für Hörgeschädigte. Die gehörlose Schauspielerin Marlee Matlin gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin, Hurt holte eine weitere Nominierung. An der Seite von Holly Hunter brillierte er dann in der gefeierten Mediensatire „Nachrichtenfieber - Broadcast News“, wieder hatte er Oscar-Chancen.

Mit fast 70 Film- und Fernsehproduktionen zählt Hurt zu Hollywoods fleißigsten und vielseitigsten Schauspielern, inzwischen ist der Außenseiter aber meist auf Nebenrollen festgelegt. Sein kleinerer Part als Richie Cusack in dem Verbrecherdrama „A History of Violence“, an der Seite von Hauptdarsteller Viggo Mortensen, brachte ihm 2006 seine vierte Oscar-Nominierung ein.

Mit Stirnglatze, Brille und seriöser Erscheinung wird Hurt oft als Anwalt, Politiker oder Intellektueller gecastet. Man nimmt ihm auch leicht die Rolle des schnurrbärtigen Generals Thaddeus Ross ab, den er in Marvel-Filmen wie „Der unglaubliche Hulk“ und „Avengers: Endgame“ mimte. An der Seite von Scarlett Johansson als „Black Widow“ kehrt Hurt in diesem Frühjahr als Ex-General Ross zurück und wird in dem Superheldenstreifen zum US-Außenminister ernannt.

Hurt selbst wurde als Diplomatensohn in Washington geboren, sein Vater arbeitete im Außenministerium. Schon in der Highschool spielte er Theater, später studierte er an der renommierten Juilliard School, wo Hurt und seine Mitschüler Christopher Reeve und Robin Williams zu engen Freunden wurden.

Sein Hollywood-Debüt gab Hurt mit 30 Jahren in dem Science-Fiction-Thriller „Der Höllentrip“. Als Forscher nimmt er im Selbstversuch eine Droge, die ihn in einen Urmenschen verwandelt. Der Plot klingt schräg, doch Hurt wurde mit einer Golden-Globe-Nominierung als bester Nachwuchsdarsteller belohnt. An seiner Seite gab die fünfjährige Drew Barrymore ebenfalls ihr Filmdebüt. Zwei Jahre später wurde sie durch „E.T.“ zum Weltstar.

Sein Privatleben hält der vierfache Vater am liebsten unter Verschluss, nicht immer mit Erfolg. Ex-Freundin und Filmpartnerin Marlee Matlin schrieb in ihrem Memoiren über angeblichen Missbrauch in ihrer zweijährigen Beziehung. In den 80er und 90er Jahren war Hurt zweimal verheiratet. Eines seiner Kinder stammte aus der Beziehung mit der französischen Schauspielerin Sandrine Bonnaire. Eine andere Frau, mit der Hurt einen Sohn hatte, sorgte mit einer Unterhaltsklage für Schlagzeilen.

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