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Promi-Geburtstag vom 20. November 2020: Chiem van Houweninge

Medien

Freitag, 20. November 2020 - 00:11 Uhr

von Von Christoph Driessen, dpa

dpa Duisburg/Rotterdam. Chiem van Houweninge ist als Horst Schimanskis holländischer „Tatort“-Kollege „Hänschen“ unvergessen. Mittlerweile gibt es sogar eine Chance, dass er trotz des Todes von Götz George noch einmal in seine legendäre Rolle schlüpfen könnte.

Gute Laune am Rande der Dreharbeiten zu dem „Tatort“-Krimi „Moltke“: Der Hauptdarsteller Götz George (M) wird von seinem Kollegen Chiem van Houwenige (l) und dem Musiker Dieter Bohlen auf Händen getragen. Foto: Franz-Peter Tschauner/dpa

Wuschelkopf, Vollbart und charmanter Akzent - das ist Chiem van Houweninge, bekannt als „Hänschen“ aus den Schimanski-„Tatort“-Reihe. Diesen Freitag (20. November) wird der Niederländer 80 Jahre alt, aber eine Feier wird's vorerst nicht geben. Corona natürlich.

Die Party ist verschoben auf den nächsten Sommer. „Wir haben hier „Code rot“, es ist still geworden in Rotterdam“, sagt er. Der Schauspieler wohnt schon viele Jahrzehnte in der niederländischen Hafenstadt - zusammen mit seiner Frau Marina de Vos.

In den Niederlanden verbindet man Chiem van Houweninge mit ganz anderen Formaten als in Deutschland. In Erinnerung ist er vor allem als Autor der Serie „Zeg'ns Aaa“ (Sag mal Aaah!), einer der langlebigsten niederländischen Sitcoms.

Zurzeit arbeitet er an einem Film über die Schlacht von Vlaardingen im Jahr 1018. Das ist finsterstes Mittelalter - und doch fühlt er sich der Zeit neuerdings verbunden: durch Corona. „Es ist wie damals“, sagt er. „Eine große Seuche geht um, eine Epidemie. Alle reden darüber, aber niemand kann etwas daran ändern. Klar, wir können uns eine Gesichtsmaske aufsetzen, die Hände waschen und Abstand halten. Aber sonst sind wir auch weitgehend machtlos. Wie im Mittelalter, als die Leute einfach so tot umfielen.“

Auch in Deutschland ist er noch aktiv, hier in erster Linie als Schauspieler. Der Berliner Produzent Torsten Rüther plant sogar eine neue Serie mit dem Titel „Seine Tochter“ - die Tochter von Ruhrpott-Kommissar Horst Schimanski, verkörpert von Luise Großmann. Einen sechsminütigen Trailer gibt es schon - Chiem van Houwenige kommt darin prominent vor. Als „Hänschen“ natürlich. Der einstige Kollege von Schimanski muss sich anhören: „Sie haben aber ganz schön abgebaut.“

Auch fünf Hörspiele von „Seine Tochter“ sind bereits produziert, abrufbar auf Spotify. Chiem würde sich riesig freuen, wenn „Hänschen“ noch einmal auf den Bildschirm zurückkehren würde. „Ich bin der einzige Kommisssar, der noch übrig ist“, sagt er nachdenklich. „Schimmi“ Götz George starb 2016 im Alter von 77 Jahren. Eberhard Feik, der Darsteller des stets auf Ordnung bedachten Kommissars Christian Thanner, erlag schon 1994 mit gerade mal 50 Jahren einem Herzinfarkt.

Mit Götz George war Chiem eng befreundet. „Wir denken natürlich noch viel an ihn“, sagt er. „Wirklich traurig.“ In Rotterdam erinnert ihn noch so manches an den legendären deutschen Schauspielkollegen, denn auch dort haben sie mehrfach gedreht. Dann wohnte Götz George immer im Hotel New York, dem ehemaligen Hauptsitz der Holland-Amerika-Reederei. Einmal zog Chiem in der Mittagspause ungläubige Blicke auf sich: Wie er feststellte, hatte er vergessen, seinen Pistolenholster mit der Fernseh-Dienstwaffe abzulegen.

Noch der letzte „Schimanski“, „Loverboy“ von 2013, endete in Rotterdam. Zu Beginn des Films wird „Hänschen“ im Duisburger Rathaus ein königlicher Orden aus den Niederlanden verliehen - im echten Leben hat Chiem den tatsächlich. In seine Drehbücher baute er immer wieder Anspielungen auf das nicht immer ganz einfache deutsch-niederländische Verhältnis ein.

Einmal, als Schimanski kurz entschlossen eine Amsterdamer Wohnung durchsuchen will, muss ihm „Hänschen“ zum Beispiel klarmachen, dass solche Tätigkeiten seit dem Ende der deutschen Besatzung 1945 niederländischen Polizeibeamten vorbehalten sind. „Was ist das denn für ein Scheißland?“, tobt daraufhin der Mann in der graubeigen Feldjacke. Die Replik des Niederländers: „Ja, ich habe auch nie verstanden, warum die Deutschen das besetzen wollten.“

Diese Folge ist inzwischen schon ein paar Jährchen her. Mittlerweile hat sich das alles gegeben, das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarländern ist heute entspannt. „Die früheren Spannungen“, schmunzelt Chiem, „die gibt es nicht mehr.“ Schade, dass Schimanski das nicht mehr erlebt.

© dpa-infocom, dpa:201113-99-318282/3

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