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Boulevard

Promi-Geburtstag vom 23. Oktober: Katrin Sass

Leute

Montag, 23. Oktober 2017 - 00:18 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Ihr strahlendes Lachen ist einnehmend. Ein Zucken der Mundwinkel zeigt dann blitzschnell eine große Palette von Gefühlen. Die Theater-, Fernseh- und Filmschauspielerin Katrin Sass ist ein Star, geehrt mit vielen Preisen. Trotzdem wirkt sie immer natürlich.

Katrin Sass wird 61. Foto: Georg Wendt

Frauchen-Rollen, ohne Ecken und Kanten, würde der Schauspielerin Katrin Sass („Good Bye, Lenin!“, „Weissensee“) niemand abnehmen. Sie wirkt bodenständig, aber auch zerbrechlich, oft lebenslustig, dann kommt große Traurigkeit zutage. Und sie zeigt sich immer emotional. Sass wünscht man sich als beste Freundin, mit der

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Der Tag ihrer zweiten Geburt ist der 22. Juli 1998: eine Zäsur im Leben der Schauspielerin. Sie entscheidet sich ab dann für ein Leben ohne Alkohol. „Der Arzt fragte mich: Wollen sie weiter trinken oder weiter leben?“, schreibt sie in ihrer Autobiografie „Das Glück wird niemals alt“. Zu ihrer Entscheidung sagt sie heute: „Ich habe mich
für das Leben entschieden“. Es sei aber ein harter Weg.

2001 bietet ihr Regisseur Michael Klier die Hauptrolle in „Heidi M.“ an. Dafür erhält sie den Deutschen Filmpreis. Die große Chance - und dann auch die internationale Bekanntheit - kommt 2003 mit „Good Bye, Lenin“ von Wolfgang Becker. „Das war das Glück meines Lebens“, sagte
sie einmal in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Es folgten wieder Rollenangebote.

In dem vom Publikum und der Kritik hochgelobten Mehrteiler
„Weissensee“ (seit 2010) ist Sass die kritische Liedermacherin Dunja Hausmann. Sie zeigt eine Frau, die, um ihre Tochter zu schützen, gegen ihre Überzeugung mit der Stasi zusammenarbeitet. Im wirklichen Leben wurde Sass von ihrer besten Freundin bespitzelt - dieses Thema bringt sie immer wieder in Wut.

Sass liebt Rollen, deren Figuren Geschichten erlebt haben. In den ARD-„Usedom“-Krimis beispielsweise ist sie eine Ex-Staatsanwältin, die ihren Mann tötete und dafür ins Gefängnis ging. Nach der Entlassung hilft sie der Tochter - einer Polizistin - bei der Aufklärung von Straftaten.

Auch in ihrer eigenen Biografie gibt es viele Höhen, aber auch Tiefen - nicht alles läuft glatt. Aufgewachsen in Schwerin will sie wie die Mutter Schauspielerin werden. Doch zunächst wird sie Facharbeiterin für Fernsprechtechnik. Erfolglos bewirbt sie sich an der Ost-Berliner Schauspielschule, ein zweiter Anlauf klappt dann an der Rostocker Schule.

Ihr Bühnendebüt gibt sie am Staatstheater Schwerin und wird dort von Regisseur Heiner Carow entdeckt. Er gibt der 21-jährigen Anfängerin die Hauptrolle in dem DDR-Film „Bis dass der Tod euch scheidet“ (1978). 1982 folgt „Bürgschaft für ein Jahr“. Er beschert der 26-Jährigen bei der Berlinale einen „Silbernen Bären“ als beste Schauspielerin. Dann gibt es in der DDR zunächst keine weiteren Filmrollen für sie.

Auch nach der Wende fehlen Angebote. Ab 1993 spielt sie dann Kommissarin Tanja Voigt im „Polizeiruf 110“. Als ihre Alkoholsucht immer offensichtlicher wird, wollen Regisseure nicht mehr mit ihr arbeiten. „Aus dem Freund Alkohol wurde der Feind“, sagte sie später.


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