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Promi-Geburtstag vom 27. Januar 2019: Mike Patton

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Sonntag, 27. Januar 2019 - 00:11 Uhr

von Von Verena Maria Schurr, dpa

dpa Berlin. Mit Faith No More hat er Musikgeschichte geschrieben. Aber Mike Patton hat noch viel mehr drauf.

Musik ist sein Leben: Mike Patton tritt 2015 mit seiner Band Faith No More in Rio auf. Foto: Antonio La Cerda/EFE

Er ist unumstritten eines der musikalischen Schwergewichte aus der Alternative-/Crossover-Szene, aber den Rock'n'Roll-Lifestyle hat er immer verabscheut.

Mike Patton ist Ausnahmesänger und Multi-Instrumentalist mit riesigem kreativen Output. Die meisten kennen ihn als Frontman von Faith No More, seinem bekanntesten Projekt. Heute wird der Musiker 51 Jahre alt.

Geboren wurde er in der kalifornischen Kleinstadt Eureka, 400 km nördlich von San Francisco. Zur Musik kam er, weil es in der amerikanischen Provinz neben Langeweile nur zwei Alternative gab: Drogen kochen oder Musik machen. Und je lauter und dreckiger die Musik, umso besser, erzählte er einst in einem Interview.

Mit 17 gründet er mit ein paar Highschoolfreunden die Band Mr. Bungle, eine Avantgarde-Band, die schnell zur lokalen Berühmtheit avancierte. 1986 dann die schicksalhafte Begegnung in einer Pizzeria in Eureka: die noch recht unbekannten Faith No More spielten vor einer Handvoll Zuschauern, darunter Patton, der den Musikern eine Kassette seiner Band in die Hand drückt.

Zwei Jahre später wird er als Sänger der Band engagiert - und Faith No More starteen weltweit durch. Das erste gemeinsame Album „The Real Thing“ wird zum Klassiker des Genres und enthält unter anderem den Mega-Hit „Epic“, bei dem verzerrte Gitarren auf Pattons Rap-Gesang treffen.

Die Musiker gelten fortan als die wichtigsten Wegbereiter des Crossover, nicht zuletzt wegen der stimmlichen Vielseitigkeit und des großen Bühnencharismas ihres Sängers. Beim Nachfolger „Angel Dust“ (1992) entfaltet sich die ganze Komplexität und Kreativität Pattons endlich auch im Songwriting. Es verschmelzen Genres wie Hardcore, Punk, Artrock, Metal und Funk. Nach insgesamt vier Alben lösen sich Faith No More 1998 auf der Höhe ihres Ruhms auf.

Für den unorthodoxen Patton ist das sowas wie ein Befreiungsschlag, da ihm Ruhm und der damit verbundene Lifestyle nach eigener Aussage sowieso zuwider sind. Er hat nun mehr Freiheit und Zeit, sich seinen zahllosen anderen Projekten zu widmen. So blieb er über die Jahre seiner Band Mr. Bungle aus Highschool-Tagen treu und gründete mit anderen Musikern die Supergroup Fantômas.

Dazu kommen Gastauftritte und Veröffentlichungen mit Björk, Handsome Boy Modeling School, Sparks, The Dillinger Escape Plan, Sepultura oder The Kronos Quartet - um nur einige zu nennen. Und er schreibt nebenbei noch Filmmusik. Neben enormer Kreativität half ihm dabei seine schiere Arbeitsbesessenheit. 2015 dann ein weiterer großer Wurf: Faith No More melden sich nach 17 Jahren mit dem Album „Sol Invictus“ zurück, ein Comeback das Kritiker und Fans gleichermaßen begeisterte.

So sehr Patton durch seine Kunst und seine fulminanten Auftritte auf Konzerten von sich reden machte: in Sachen Privatleben hielt er sich bedeckt. Bekannt ist, dass er mehrere Jahre mit einer italienischen Künstlerin verheiratet war und viele Jahre in Italien gelebt hat, wo er auch die Sprache lernte.

Angeblich waren es seine vielen Projekte und sein hohes Arbeitspensum, die zum Ende der Beziehung führten. Für Patton standen seine Musik und Kunst immer an erster Stelle. Und auch 2019 wird es wieder von ihm viel Neues zu hören geben.


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