Boulevard

Psychiater bestreitet Missbrauch einer Patientin

Donnerstag, 27. Oktober 2022 - 18:34 Uhr

von dpa

© Martin Höke/dpa

Das mutmaßliche Opfer, eine Apothekerin, war im März 2020 für eine
Gesprächstherapie zu dem Arzt gekommen. Der Mediziner und die Frau
kannten sich. „Ich habe schon seit Jahren Kontakt zu der Familie.“

In der Folge kam es laut Anklage im Zeitraum zwischen April und Juni
2020 bei mehreren Therapietreffen zu sexuellen Kontakten unter
Ausnutzung des Behandlungsverhältnisses. Die Frau hatte später
Anzeige erstattet.

Karte

Während der Therapie habe er jede Annäherung der Patientin abgewehrt
und sie zur Weiterbehandlung an eine Kollegin verwiesen, sagte
dagegen der Angeklagte.

Dass der Psychiater ihr trotzdem weiterhin Rezepte und eine ärztliche
Bescheinigung ausgestellt hat, gab er zu: „Sie ist keine klassische
Patientin, da tue ich das. Wenn mich Freunde um einen Gefallen
bitten, dann stelle ich Rezepte und Bescheinigungen aus.“

Das mutmaßliche Opfer soll am nächsten Verhandlungstag als Zeugin
gehört werden. Bei einer Verurteilung droht dem Psychiater eine
Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Der Prozess wird
am 10. November fortgesetzt.


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