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Boulevard

„Que Walou“: Namika und die Suche nach dem Glück

Musik

Dienstag, 5. Juni 2018 - 05:11 Uhr

von Von Matthias Bossaller, dpa

dpa Berlin. Mit „Nador“ und der Gold-Single „Lieblingsmensch“ trat die frühere Rapperin Namika plötzlich ins Rampenlicht der deutschen Musik-Szene. Nun legt die Frankfurterin mit marokkanischen Wurzeln ihr zweites Album „Que Walou“ vor - und erzählt Geschichten aus ihrem Leben.

Namika erzählt Geschichten aus ihrem Leben. Foto: Sony Music/David Daub

Die einst als Frankfurter Rapperin gestartete Sängerin Namika hat mit ihrem Debüt-Album „Nador“ und dem Gold-Hit „Lieblingsmensch“ die Messlatte verdammt hoch gelegt.

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Die 26-Jährige mit den marokkanischen Wurzeln bleibt angesichts der Erwartungshaltung an ihr neues Werk „Que Walou“ aber erstaunlich gelassen. „Druck habe ich mir gar nicht gemacht. Beim ersten Album wollte ich einfach nur Musik machen und habe mich gefreut wie ein Kind, als ich den Vertrag bekommen habe“, erzählt die Künstlerin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Den kometenhaften Erfolg von 2015 empfindet sie als „irgendwie aus Versehen passiert“. Sie verfährt nach der Maxime: Was einmal klappt, kann auch ein zweites Mal passieren. „Wenn ich im Flow bin, kann daraus viel entstehen“, sagt Namika. Wie schon auf ihrem Debüt erzählt die mittlerweile mehr im Pop als im Hip-Hop verortete Sängerin Geschichten aus ihrem Leben. „Auch auf 'Que Walou' geht es um Identität, die Suche nach dem Glück“, verdeutlicht Namika: „Es ist ein logischer Nachfolger meines ersten Albums. Es fühlt sich wie die Schwester von 'Nador' an.“

Natürlich finden sich auf „Que Walou“, eine Redewendung des in Marokko geläufigen Berberdialekts, auch wieder Bezüge zu der Heimat ihrer Großeltern. Der Song „Hände“ ist eine Hommage an ihre Großmutter. Für dieses Lied singt der bei der Echo-Verleihung negativ aufgefallene Rapper Farid Bang eine Strophe.

Auch er ist ohne Vater bei seiner Großmutter aufgewachsen. „Dass ihn das Lied so berührt hat, hat mich berührt. Er war plötzlich ganz still, so kennt man ihn nicht. Er steht normalerweise für Punchline, Battle-Rap, Hauptsache polarisieren“, sagt Namika. Die fragwürdigen Texte ihres Kollegen empfindet sie „oft als geschmacklos. Ich distanziere mich von allem, was Hass verbreitet. Meine Musik verbreitet Liebe“.

In „Ahmed“ geht es um ihren Vater, den sie nie kennengelernt hat. Von ihrer Mutter musste sie sich erzählen lassen, dass er mit Drogen gedealt hatte und im Gefängnis saß. Trotz der Schwere einiger Themen klingt ihr Album leicht und manchmal fast mühelos.

Die Musik funktioniert für die in Frankfurt geborene Sängerin schon früh als Vehikel zum Ausbruch aus schwierigen Verhältnissen. „Ich hatte mit Problemen zu kämpfen, die Heranwachsende aus dem gutbürgerlichen Milieu nicht hatten. Das Geld hat immer gefehlt. Diesen Antrieb, aus meinem Leben etwas zu machen, hätte ich als satter Teenager gar nicht gehabt“, erklärt Namika, die sich wie auch die Jungs aus ihrem Umfeld von den Lehrern oft anhören musste: Aus dir wird nichts! Deshalb habe sie sich gedacht: „Nein, aus mir wird was!“

Das hat funktioniert. Die Schule musste das ambitionierte Mädchen, das zusammen mit ihrem ein Jahr jüngeren Cousin schon als Teenager Rapsongs in Fantasie-Englisch auf Leerkassetten aufgenommen hatte, beenden. Sonst wäre ihre Mutter enttäuscht gewesen. „Ich musste das Abitur machen, das war die Voraussetzung“, sagt Namika.

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