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Boulevard

Schwarz und weiß: Crossover-Sounds von The BellRays

Musik

Montag, 19. Februar 2018 - 05:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Soul und Funk, Rock und Punk werden oft fein säuberlich getrennt - um das eine kümmern sich schwarze Musiker, für das andere sind weiße zuständig. Nicht so beim Quintett The BellRays aus Kalifornien.

Lisa Kekaula und Bob Vennum ergänzen sich prefekt. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cargo Records Germany

Endlich mal ein Albumtitel, der etwas über den musikalischen Inhalt aussagt: „Punk Funk Rock Soul Volume 2“ heißt die neue Platte der Kalifornier The BellRays.

Der Schwerpunkt liegt zwar auf den beiden letztgenannten Genrebezeichnungen, also Rock und Soul. Doch Elemente von Funk (mehr) und Punk (weniger, zum Beispiel aber in „Junior High“) finden sich ebenfalls in der Mixtur dieses Albums, das zwischen The Stooges und James Brown, Mother's Finest und Janis Joplin einen durchaus eigenen Weg findet.

Als Underground-Band waren The BellRays mit ihrem Debüt „Let It Blast“ (1999) eine kleine Sensation. „Memphis soul, streetwise gospel, and L.A.-style punk“ fand das Online-Musiklexikon Allmusic im Sound der damals noch als Quartett auftretenden Formation um die stimmgewaltige schwarze Sängerin Lisa Kekaula.

Mit ihren mächtigen Soul-Vocals kann Kekaula auch fast 20 Jahre später noch einen mittleren Orkan erzeugen, wenngleich der Überraschungsfaktor der Musik von The BellRays inzwischen naturgemäß geringer ausfällt. Mit dem Blues-Schleicher „Every Chance I Get“ gelingt der nun fünfköpfigen Band auf dem Nachfolger der Comeback-EP „Punk Funk Rock Soul Volume 1“ (2017) eine dezente Erweiterung ihres Spektrums.

Ansonsten gilt: „Business as usual“ für die BellRays - aber Spaß macht ihr derber Crossover-Sound allemal weiterhin. Und gut gealtert ist er auch, ebenso wie diese als Live-Granate geltende US-Truppe insgesamt.

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