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Boulevard

Solitär: Markus Stockhausens „Wild Life“

Musik

Freitag, 17. Juli 2020 - 13:32 Uhr

von Von Werner Voß, dpa

dpa Berlin. Der zum „Stratosphären-Trompeter“ erhobene Trompeter Markus Stockhausen präsentiert mit den „Wild Life“-Sessions 174 Minuten äußerst hörbare Improvisationen eines gut harmonierenden und spielfreudigen Ensembles.

Da bläst er: Markus Stockhausen. Foto: Nikolas Müller/dpa

Wenn sich Markus Stockhausen einmal wieder zu Gehör bringt, dann wird es auch etwas besonders sein: „Wild Life“ ist so ein erlesener Hör-Genuss, der sich Zeit nimmt, aber auch Zeit fordert und dafür bestens mit Landschaften aus Melodie und Klang unterhält.

Markus Stockhausen ist nicht nur ein den Jazz bereichernder Trompeter von Weltklasse. Sein Spektrum reicht von Weltmusik über Werke für Film und Theater, Yoga für Musiker, Kooperationen mit Bildhauern und Auftragskompositionen bis zu Events mit Licht-Laser-Show, oder auch schon mal einem Stück für gleich sechs Bläserchöre und eine improvisierende Solotrompete.

Der Sohn des innovativen Komponisten Karlheinz Stockhausen ist dabei selbst experimentierfreudig und stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. So bietet „Wild Life“ drei Scheiben voll von heute Denkbarem und Machbarem, voll „Intuitiver Musik“, wie er es selbst nennt.

Für die Sessions zu „Wild Life“ hat sich der 63-jährige eine handverlesene Band zusammengesucht. Nach fünfzehn Jahren war erstmals auch wieder sein Halbbruder Simon bei einem Projekt miteingebunden. Die rhythmische Grundlage für die bisweilen episch ausufernden Grooves schaffen gleich zwei Schlagzeuger, die wunderbar mit den anderen Musikern harmonieren, und alle geben dabei einander den Raum für solistische Entfaltungen.

„Wild Life“ ist ein echtes Vergnügen. Obwohl meist frei improvisiert wird, artet es nie in enervierender elegischer Selbstdarstellung aus. Die Titel der Tracks sind Programm: Ob „Zwielicht“, „Mangrove Dance“, „Walpurgisnacht“ oder „Lucid Dreamer“, sie weisen auf die Stimmung der Stücke hin. Kryptisch allein „Aconcagua“, der höchste Berg des amerikanischen Doppelkontinents war den Inkas heilig. Das Dreifach-Album ist beim Hören ein spannendes Spiel mit der Fantasie und Langeweile kommt nie auf.

© dpa-infocom, dpa:200717-99-829450/4

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