Boulevard

Starke Familiengeschichten in Locarno

Film

Freitag, 3. August 2018 - 12:01 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Locarno. Locarno ist anders. Locarno findet draußen statt. Filme unter freiem Himmel.

Festivalpräsident Marco Solari bei der Eröffnung des 71. Internationalen Filmfestivals von Locarno. Foto: Peter Klaunzer/KEYSTONE/

Mit der melancholischen Komödie „Was uns nicht umbringt“ von Regisseurin Sandra Nettelbeck („Bella Martha“) hat das deutsche Kino seinen Einstand beim 71. Internationalen Filmfestival Locarno gegeben. Der Film um die Lebenskrisen zahlreicher Menschen jenseits der Jugend wurde vorab in einer Pressevorführung gezeigt.

Am Freitagabend stand er im Programm der Open-air-Gala auf der Piazza Grande. Damit ist er im Rennen um den begehrten Publikumspreis.

Im Hauptwettbewerb um den Goldenen Leoparden konkurrieren 15 Filme aus aller Welt. Deutschland ist mit dem erst zum Festivalende zu sehenden Anti-Terrorismus-Drama „Wintermärchen“ von Regisseur Jan Bonny dabei.

Die ersten Wettbewerbsbeiträge aus Taiwan, den USA und Chile haben starke Familiengeschichten erzählt. Sie überzeugen als  publikumswirksame und gedankenreiche Gesellschaftsstudien.

Besonders beeindruckte „Ein Familienausflug“ des chinesischen Regisseurs Ying Lang. Der Film zeigt die Schwere eines Lebens unter politischem Druck: Die Hauptfigur, eine Filmregisseurin, musste die Volksrepublik China verlassen, weil sie als kritische Künstlerin das Missfallen der Machthaber erregt hat. Ein eindringlicher, preiswürdiger Film. Der Goldene Leopard und die anderen Auszeichnungen werden am 11. August vergeben.


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