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Boulevard

The BossHoss zeigen sich erneut vielseitig

Leute

Freitag, 26. Oktober 2018 - 06:11 Uhr

von Von Thomas Bremser, dpa

dpa Berlin. Nach drei Jahren bringen die Country-Rocker von The BossHoss ihr neues Album heraus. Darauf zeigen sich die beiden vielseitiger als zuvor. Ein Genre sparen sie aber nach wie vor bewusst aus.

The BossHoss sind für alles offen. Foto: Uli Deck

Sie spielen seit 2004 fast ununterbrochen Konzerte, sind in mehreren TV-Shows zu sehen und bringen Alben heraus. Ende 2016 zogen die Country-Rocker von The BossHoss dann den Live-Stecker und nahmen eine Auszeit.

Jetzt melden sich Alec Völkel (46) und Sascha Vollmer (46) mit ihrem neuen Album „Black Is Beautiful“ zurück.

„Wir wollten live einfach mal etwas runterfahren und auch den Leuten etwas Luft verschaffen“, erklärt Völkel die Pause. Die eineinhalb Jahre konnten die beiden Musiker für Dinge nutzen, für die sie lange keine Zeit hatten. „Rausgehen, Sachen erledigen, länger in den Urlaub fahren, mal die Beine hochlegen“, sagt Vollmer. Der 46-Jährige trat außerdem mit seiner früheren Band Hot Boogie Chillun auf.

Aber dann fing es wieder an, dieses Kribbeln. In den vergangenen Monaten hat sich vor allem Vollmer, der die meisten Songs schreibt und arrangiert, in das Berliner BossHoss-Studio im Stadtteil Prenzlauer Berg eingeschlossen. Herausgekommen ist mit Album Nummer acht die bislang vielseitigste Platte der Rockmusiker.

„Wir trauen uns von Album zu Album mehr zu und probieren mehr aus. Das heißt nicht, dass wir es am Ende nehmen. Aber wir lassen alles erstmal zu“, sagt Völkel. „Die neue Platte ist rockiger, schmutziger und von der Bandbreite facettenreicher.“

„Black Is Beautiful“ beginnt mit der gleichnamigen Hardrock-Nummer, schlägt dann aber schnell den Bogen über Country („In Your Face“) zu Pop-Rock („AYO“) und Blues („Little Help“). Die Berliner Band, die sich zu Beginn mit Cover-Versionen wie „I Say A Little Prayer“ oder „Hey Ya!“ einen Namen machte, nutzt E-Gitarren, Mundharmonika, Bläser und Streicher.

Mit ihrem Genremix haben es die ehemaligen Werbegrafiker geschafft, Jahr für Jahr mehr Fans zu erreichen. Vor allem nach ihrer Teilnahme an erfolgreichen Fernsehshows wie „The Voice of Germany“ und „Sing meinen Song“ ging es steil bergauf. Immer mehr Radiosender spielten ihre Lieder, 2014 bekamen sie ihren ersten Echo, und mit ihrem bislang letzten Album „Dos Bros“ ging es vor drei Jahren erstmals auf Platz eins der Album-Charts.

Auch auf dem Nachfolger finden sich radiotaugliche Nummern wie die erste Single-Auskoppelung „AYO“, „Wrong Song“ oder „Smile“. Aber auch die Blues- und Rocknummern sind allesamt eingängig und machen gute Laune. Dabei sticht die sechsminütige Country-Hymne „What Could Possibly Go Wrong“ zum Abschluss heraus. Man sieht Völkel und Vollmer förmlich mit Bier in der Hand in einem gemütlichen Saloon auftreten. Den Applaus und das Gemurmel der Besucher lassen die beiden dann auch am Ende des Songs eine Minute lang für sich stehen.

Trotz der BossHoss'schen Experimentierfreude: Eines sparen die Berliner auch auf ihrem neuen Album aus - Songs auf Deutsch. Obwohl sie damit in der Vox-Show „Sing meinen Song“, in der sie Lieder von Nena oder Mark Forster interpretierten, viele Zuschauer begeisterten.

„Uns war es zu plakativ und berechnend, ein deutsches Album hinterherzuschieben. Das muss natürlich wachsen und reifen“, erklärt Vollmer. „Aber was nicht ist, kann ja noch werden.“

Zunächst haben BossHoss nach ihrer kurzen Pause aber ohnehin genug zu tun. Im Dezember sind sie als Coaches bei „The Voice Senior“ zu sehen, bei der Musiktalente ab 60 Jahren auftreten. Im Frühjahr folgt dann die nächste Konzertreise. Genug durchgeschnauft haben die Berliner Cowboys ja.

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