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Boulevard

Viel Politik bei der Architekturbiennale in Venedig

Architektur

Freitag, 25. Mai 2018 - 14:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Venedig. Deutschland zeigt der Welt in Venedig, was die Mauer vor und nach ihrem Fall mit dem Land machte. In diesem Jahr ist die Mauer so lange weg, wie sie stand - 28 Jahre. Aber nicht nur im deutschen Pavillon geht es auf der Architekturbiennale politisch zu.

Eine Besucherin betrachtet die Arbeit "Unbuilding Walls" im deutschen Pavillon in Venedig. Foto: Andrea Merola

Auf der Architekturbiennale in Venedig ist der deutsche Pavillon eingeweiht worden. Besucher können von Samstag an die Ausstellung erkunden, die sich mit der Geschichte der deutschen Teilung und dem Prozess ihrer Überwindung befasst.

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„Es macht einem wieder bewusst, was man mitunter im Alltag in Berlin gar nicht so wahrnimmt“, sagte Bundesratspräsident und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller am Freitag in Venedig. „Ganz besonders macht es einem auch bewusst, dass diese Freiheit, die erkämpft werden konnte, ein großes Geschenk ist, und dass es sich lohnt, jeden Tag auch dafür zu kämpfen.“

Die 16. Architekturbiennale steht unter dem Motto „Freespace“. Den deutschen Beitrag kuratierten die frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, und das Berliner Büro Graft mit den Architekten Lars Krückeberg, Wolfram Putz und Thomas Willemeit. In dem Jahr, in dem die Mauer so lange nicht mehr da ist, wie sie stand - genau 28 Jahre - befasst sich die Ausstellung mit der städtebaulichen Entwicklung auf dem früheren Todesstreifen nach dem Fall der Mauer und zeigt, wie aus einem „Unort ein Freespace wurde“, wie Birthler sagte.

Räumliche Auswirkungen der Mauer seien auch noch 28 Jahre nach ihrem Fall „nachhaltig zu spüren“, sagte Bau-Staatssekretär Gunther Adler. „Unbuilding Walls“ stellt 28 Projekte vor, die auf dem Gebiet des ehemaligen Todesstreifens entstanden sind und die mehr oder weniger diese „Wunde“ geschlossen haben. Berlin habe „offene und bleibende Narben“, sagte Adler. „Es wäre ein Fehler, alle Spuren dieser Erinnerung, die so wichtig ist, zu tilgen.“

Eine politische Dimension hat neben dem deutschen Pavillon beispielsweise auch der britische, den die Kuratoren leer ließen, dafür aber eine Dachterrasse über den Pavillon bauten. Caruso St John und Marcus Taylor zufolge gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Projekt „Island“ zu interpretieren: Es stehe für Abbruch, Wiederaufbau, Isolation - und somit auch für den Brexit. Die Hauptausstellung der Biennale wird kuratiert von den irischen Architektinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara.

Neben Saudi-Arabien und Pakistan nimmt erstmals auch der Vatikan an der Architekturbiennale teil. Für den Beitrag gestalteten zehn verschiedene Architekten aus Europa, den USA, Japan, Australien und Lateinamerika zehn Kapellen. Offiziell eröffnet wird die Schau am Samstag. Sie läuft bis Ende November.

Der deutsche Pavillon auf der Architektur-Biennale. Foto: Lena Klimkeit

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