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Vom Kellnerlehrling zum Plattenmillionär: Udo startet durch

Musik

Mittwoch, 9. September 2020 - 15:22 Uhr

von Von Bettina Greve, dpa

dpa Berlin. Ein kleiner Trommler aus Gronau will auf die große Bühne. Er zieht nach Hamburg, schlägt sich durch und verfolgt sein Ziel. „Lindenberg! Mach dein Ding“ heißt die Filmbiografie der Regisseurin Hermine Huntgeburth, die jetzt auf DVD erschienen ist.

Jan Bülow (l) und Udo Lindenberg bei der Premiere des Biopics „Lindenberg! Mach dein Ding“ im Januar in Hamburg. Foto: Christian Charisius/dpa

Erst ein Biopic über den Queen-Frontman Freddie Mercury („Bohemian Rhapsody“, 2018), dann über die 70er-Jahre-Hit-Maschine Elton John („Rocketman“, 2019) und jetzt als deutscher Beitrag „Lindenberg! Mach dein Ding“.

Die Filmbiografie der „singenden Nachtigall“, wie sich der Deutschrock-Pionier später selbstironisch genannt hat, kam Mitte Januar 2020 in die Kinos und lockte schon ein großes Publikum in die Säle. Doch dann breitete sich Corona über die Welt aus, bald kam der Lockdown - die Filmtheater mussten schließen.

Gerade ist der Spielfilm über den angehenden Popstar indes als DVD erschienen. Die Regisseurin Hermine Huntgeburth („Neue Vahr Süd“, Männertreu“) hat ihn gedreht und dabei die äußerst agile Hamburger Musikszene zu Beginn der 70er Jahre wieder auferstehen lassen. Großes Kino für zu Hause, und Udo Lindenberg (74) jubelt auf Facebook: „Die Filmrakete startet überfliegermässig weiter durch.“

Erzählt wird eine Heldengeschichte: wie sich der rhythmusbegabte Klempner-Sohn Udo aus der westfälischen Kleinstadt Gronau Anfang der 70er Jahre auf St. Pauli zum gefeierten Rockstar hochkämpft - etliche Exzesse und Enttäuschungen eingeschlossen. Doch Lindenberg steht immer wieder auf und schafft es schließlich, jenseits der heilen Schlagerwelt auf Deutsch zu singen, „in der „Sprache der Täter“, wie es im Film einmal heißt. Kurzum: Er hat sein Ding gemacht und damit eine neue Form der Popmusik erschaffen.

Ein Konzert in der Hamburger Musikhalle (heute: Laeiszhalle) im Sommer 1973 markiert den Durchbruch von Lindenberg und seinem Panikorchester. An dieser Stelle endet der Film. Es gäbe also noch genügend Stoff für eine Fortsetzung.

Prominent besetzt mit Schauspielern wie Detlev Buck, Charly Hübner oder Julia Jentsch, hat der bisher weniger bekannte Jan Bülow (24) den Part des Protagonisten übernommen. Er hat es dabei verstanden, Lindenberg authentisch darzustellen. Lindenberg selbst zeigt sich über die schauspielerische Leistung begeistert und fühlt sich in dieser filmischen Zeitreise offenbar getroffen: „Jan Bülow ist 'ne Rock 'n' Roll-Rakete. Ein Geschenk der Götter“, wird er im Abspann des Trailers zitiert.

Kurzum: 129 Minuten beste Unterhaltung und ein Blick hinter die Kulissen der Musikszene vor 50 Jahren. Hut ab!

© dpa-infocom, dpa:200909-99-491394/5

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