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Welche Filme in den Kinos laufen könnten

Film

Donnerstag, 3. Juni 2021 - 11:15 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Nach Schließungen über Monate während des Lockdowns öffnen die ersten Kinos langsam wieder. Filmisch gesehen gibt es einiges nachzuholen.

„Yakari - Der Kinofilm“ kommt nun in die deutschen Kinos. Foto: -/Leonine /dpa

Monatelang waren die Kinos bundesweit geschlossen, jetzt dürfen die ersten wieder öffnen. Doch welche Filme sind dann zu sehen?

Viele internationale Neustarts gibt es bislang nicht, stattdessen greifen die Häuser und Open-Air-Kinos meist auf Werke zurück, die kurz vor den Schließungen angelaufen waren. Dazu gehören Hollywood-Produktionen und Arthouse-Filme, Komödien und Dramen - und der deutsche Oscar-Beitrag. Ein Überblick über die Filme, die man nun wohl anschauen könnte.

- Wie alles begann: Kinderheld „Yakari“ im Kino

Berlin (dpa) - Yakari und sein Pferd Kleiner Donner gehören schon seit Generationen zu den Helden in Kinderzimmern. Es gibt Comics, eine Serie, sogar ein Musical - und nun auch einen Kinofilm. Und der erzählt, wie alles begann: Wie der kleine Yakari vom Stamme der Sioux zu seiner Fähigkeit kam, mit Tieren zu sprechen und wie er sich mit Kleiner Donner - einem ungestümen Wildpferd - anfreundet. Der Film zeigt, dass Yakari und Kleiner Donner erst Vertrauen zueinander fassen, erst Freunde werden mussten. Später erleben die beiden zusammen die Art von Abenteuer, für das ihre Fans sie lieben.

Yakaris deutsche Stimme ist schon seit Jahren die der Synchronsprecherin Mia Diekow. Im Film bekommt sie prominente Unterstützung: Diana Amft spricht den spitzbübischen Biber Lindenbaum, Hans Sigl gibt Großer Adler seine Stimme und Patrick Bach Yakaris ungestümem Freund Kleiner Dachs.

(Yakari - Der Kinofilm, Deutschland/Belgien/Frankreich 2020, 82 Min., FSK ab 0, von Xavier Giacometti und Toby Genkel, mit den Stimmen von Patrick bach, Hans Sigl, Diana Amft, https://www.leoninedistribution.com/filme/155857/yakari-der-kinofilm.html)

- Kampf gegen Nazis: „Und morgen die ganze Welt“ von Julia von Heinz

Berlin (dpa) - Was hilft gegen rechte Populisten, zu welchen Arten des Widerstands darf man greifen beim Kampf gegen Nazis? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich ein Drama der deutschen Regisseurin Julia von Heinz („Was am Ende zählt“). Protagonistin Luisa, die gespielt wird von Mala Emde, entspringt zwar einem eher konservativen Haus, neben ihrem Jurastudium aber engagiert sich die junge Frau immer mehr in ziemlich linken, in antifaschistischen Kreisen. Gleich bei ihrer ersten größeren politischen Aktion kommt es auch zu Gewalt.

Die anfänglich skeptische Luisa beginnt sich zu radikalisieren. Immer wieder wird sie nun aber auch vor Fragen gestellt, bei deren Lösung ihr das Jurastudium allein kein Wegweiser sein kann. Dass sie sich zusätzlich hingezogen fühlt zu Alfa, der sich immer mehr zum Antifa-Leitwolf entwickelt, macht die Sache für Luisa nicht unkomplizierter. Eingeladen war „Und morgen die ganze Welt“ in den Wettbewerb des wichtigen Filmfestivals von Venedig und wurde später auch der deutsche Oscar-Beitrag.

(Und morgen die ganze Welt, Deutschland/Frankreich 2020, 111 Min., FSK ab 12, von Julia von Heinz, mit Mala Emde, Tonio Schneider, Noah Saavedra, https://undmorgendieganzewelt-film.de/)

- „Weißbier im Blut“: Kommissar Kreuzeder ermittelt in Niederbayern

Berlin (dpa) - Kommissar Kreuzeder hat einen neuen Fall: In der Scheune unter dem Mähdrescher liegt - in seine Einzelteile zerlegt - eine nicht zu identifizierende Leiche. Widerwillig macht sich der einst beste Kommissar Niederbayerns (Sigi Zimmerschied) an die Ermittlungen, denn eigentlich würde er seine Zeit lieber anders verbringen als rund um den Tatort am hochverschuldeten Holznerhof. Mit „Weißbier im Blut“ hat Jörg Grasner seinen gleichnamigen Roman verfilmt. Das Werk ist nun einer der ersten Filme, der mit Wiedereröffnung in den Kinos anläuft.

(Weißbier im Blut, Deutschland 2021, 96 Min., FSK ab 12, von Jörg Graser, mit Sigi Zimmerschied, Brigitte Hobmeier, Luise Kinseher, https://tobis.de/film/weissbier-im-blut)

- Gerard Butler in „Greenland“: Überleben um jeden Preis

Berlin (dpa) - Wenn sich ein riesiger Komet im direkten Anflug auf die Erde befindet, wenn sich Massen in Panik in Bewegung setzen, dann kann es durchaus sein, dass all dies Teil einer amerikanischen Kinoerzählung ist. So auch in diesem Fall eines, unter der Regie von Ric Roman Waugh entstandenen Films mit Gerard Butler in der ziemlich anstrengenden Hauptrolle. Butler gibt einen ohnehin gestressten Bauingenieur, der hier nun nicht nur versuchen muss, seine Ehe wieder ins Reine zu bringen, sondern es zugleich auch mit einem allzu tödlichen Himmelskörper zu tun bekommt. An seiner Seite in diesem Zweistünder: Morena Baccarin aus der TV-Serie „Homeland“.

Wie schnell Menschen im Angesicht eines Desasters ihr Mitgefühl ablegen, wie schnell sie in den Überleben-ist-alles-Modus schalten, das führt „Greenland“ mit so übertriebenen wie teils dann doch beeindruckenden Bildern vor Augen. Gerade in der ersten Stunde mutet das Actionstück denn auch ein wenig wie ein Sozialexperiment an: Wer behält sie am längsten: seine Menschlichkeit?

(Greenland, USA/Großbritannien 2020, 119 Min., FSK ab 12, von Ric Roman Waugh, mit Gerard Butler, Morena Baccarin, Roger Dale Floyd, https://tobis.de/film/greenland)

- Magische Abenteuerreise um die Welt mit dem „Drachenreiter“

Berlin (dpa) - Das Leben der Drachen ist nicht mehr wirklich gemütlich. Immer weiter dringen die Menschen in ihr Reich vor und machen mit ihren Baggern und Maschinen alles kaputt. Der Silberdrache Lung hat deshalb eine Idee: Er will den Saum des Himmels finden. Denn eine alte Sage erzählt, dass dort das Paradies für Drachen und andere magische Lebewesen ist. Gemeinsam mit dem Waisenjungen Ben und dem Koboldmädchen Schwefelfell macht er sich auf die Suche. Doch der gefährliche Drache Nesselbrand ist ihnen dicht auf den Fersen und so erleben die drei ein aufregendes Abenteuer. Der Animationsfilm beruht auf dem Roman „Drachenreiter“ von Cornelia Funke und ist mit prominenten Sprechern besetzt, darunter die YouTuber Julien Bam und Dagi Bee und der Popsänger Mike. Im Oktober war er in die Kinos gekommen, nun soll er mit dem Kino-Neustart und einer Wiederaufführung eine zweite Chance bekommen.

(Drachenreiter, Deutschland 2020, 91 Min., FSK ab 0, von Tomer Eshed, mit den Stimmen von Dagi Bee, Mike Singer, Julian Bam, Rick Kavanian, https://www.constantin-film.de/kino/drachenreiter/)

- „Schwesterlein“: Krebsdrama mit Hoss und Eidinger

Berlin (dpa) - Die Schauspieler Nina Hoss und Lars Eidinger gehören zu den besten ihres Fachs. Im neuen Drama „Schwesterlein“ spielen sie nun ein Geschwisterpaar. Die Zwillinge Lisa und Sven sind Theatermenschen. Sie ist Autorin, er Schauspieler. Dann erkrankt Sven an Krebs. Der Film erzählt vom Kampf gegen die Krankheit, von Geschwisterliebe. Und davon, wie es sich anfühlt, als Künstler seine Bestimmung zu verlieren. Denn Sven will unbedingt wieder auf die Bühne, schafft es aber kaum. Und Lisa kann nicht mehr schreiben.

Eidinger spielt den kranken Schauspieler mal zerbrechlich, mal exzentrisch, oft verzweifelt. Der Film blickt aber auch viel auf Lisa, auf ihre Ehe und ihr Leben in der Schweiz. Nach der Weltpremiere auf der Berlinale 2020 lief der Film kurz vor dem Winter-Lockdown in den Kinos an.

(Schwesterlein, Schweiz 2020, 99 Min., FSK ab 12, von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond, mit Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller, Thomas Ostermeier, https://www.weltkino.de/filme/schwesterlein)

- „Die Wache“: Doku rückt Menschen bei der Polizei in den Mittelpunkt

Die Polizei soll für Recht und Ordnung sorgen, war in jüngster Zeit aber immer wieder selbst Gegenstand heftiger Kontroversen. Mitten in diesem Klima zeigt eine Kinodokumentation 90 Minuten lang Polizisten bei ihrer alltäglichen Arbeit. Regisseurin Eva Wolf konnte für ihren Film „Die Wache“ Frauen und Männer einer Polizeistation im westfälischen Münster über Monate hinweg mit der Kamera begleiten.

Der Filmemacherin geht es nach eigenen Worten nicht um die Einsätze selbst, sondern vor allem um die Beamtinnen und Beamten. Und so gehört es zu den Stärken der Doku, wenn einer der Polizisten davon erzählt, wie er beinahe auf einen Mann geschossen hätte, weil er nicht wusste, ob dieser mit einem Messer bewaffnet ist, oder wie er sich als Berufsanfänger darüber klar wurde: Ab jetzt hat alles, was du machst, Konsequenzen. Der Film startete zunächst bei www.kino-on-demand.com und sollte den Angaben zufolge nach dem Lockdown dann auch in ausgewählten Kinos zu sehen sein.

(Die Wache, Deutschland 2020, 90 Min., von Eva Wolf, https://wache-film.de/)

- Doku „Der nackte König“ mit Bruno Ganz als Erzähler

Vor mehr als 40 Jahren begann im Iran die Islamische Revolution - dies ist der Anlass, „Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution“ zu zeigen. In der Dokumentation versucht Regisseur Andreas Hoessli den Sog und die Faszination von Revolutionen zu ergründen. Als Erzähler führt Schauspiellegende Bruno Ganz durch den Film. Ab Mitte Februar war das Werk im W-film Online-Kino unter shop.koenig.wfilm.de zu sehen. Schöner Nebeneffekt: Geschlossene Kinos, die Unterstützung bei der Bewerbung des Films leisten, sollten an den Einnahmen der Online-Auswertung beteiligt werden. Und mit Ende des Lockdowns soll „Der nackte König“ den Angaben zufolge bundesweit dann auch noch im Kino laufen.

(Der nackte König, Deutschland, Polen u.a. 2019, 112 Min., FSK ab 12, von Andreas Hoessl, https://koenig.wfilm.de)

© dpa-infocom, dpa:210603-99-844960/3

Mala Emde (r) als Luisa in einer Szene des Films „Und morgen die ganze Welt“.. Foto: -/Alamode Film/dpa

Menschenmassen: eine Szene des Films „Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution“. Foto: -/W-film / Mira Film/dpa

Lars Eidinger als Sven und Nina Hoss als Lisa in „Schwesterlein“.. Foto: -/Weltkino Filmverleih/dpa

Gerard Butler (2.v.l.) als John Garrity, Morena Baccarin als Allison Garrity und Roger Dale Floyd als ihr Sohn Nathan Garrity in „Greenland“. Foto: Daniel Mcfadden/TOBIS Film GmbH/dpa

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