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Yusuf/Cat Stevens: „Tea For The Tillerman“ zum Zweiten

Musik

Montag, 21. September 2020 - 06:11 Uhr

von Von Werner Herpell, dpa

dpa Berlin. Vor 50 Jahren beschert das Hit-Album „Tea For The Tillerman“ einem jungen Singer-Songwriter den Durchbruch - Cat Stevens wird damit zum Weltstar. Mit 72 Jahren kehrt er unter dem Namen Yusuf/Cat Stevens zu seinem Folkpop-Klassiker zurück.

Yusuf/Cat Stevens hat seinen Folkpop-Klassiker „Tea For The Tillerman“ neu aufgelegt. Foto: Rhys Fagan/Katja Behrens Promotion PR/dpa

Als Mann von Anfang 20 spielte Steven Demetre Georgiou alias Cat Stevens Songs wie „Where Do The Children Play?“, „Wild World“ oder „Father And Son“ erstmals ein.

Diese träumerischen, sanft gesellschaftskritischen Folkpop-Stücke machten die dazu gehörige vierte Studioplatte des jungen Briten sofort zu einem Klassiker, der sich millionenfach verkaufte. Mehr noch: Mit dem Platin-Album „Tea For The Tillerman“ wurde der Songwriter aus London 1970 zum Weltstar.

Genau 50 Jahre danach trägt der Muslim mit dem gepflegten weißen Bart seit langem den Doppelnamen Yusuf/Cat Stevens - und kehrt auf Anraten seines Sohnes Yoriyos noch einmal zu den elf prägenden Liedern seiner Jugend zurück. „Tea For The Tillerman²“ funktioniert als gelungene Neuinterpretation der Originale (teilweise mit denselben Musikern), ohne dass man den einstigen Zauber der vertrauten Melodien vermissen müsste. Der 72-Jährige spricht in einem „GQ“-Interview von einer „Reimagination“.

Der Klang des neuen Albums ist natürlich besser, die Produktion insgesamt moderner und üppiger als damals, und manche Arrangements wie etwa beim oft gecoverten Hit „Wild World“ wurden recht deutlich umgeformt - aber eben nicht zu sehr. „Ich gehe nicht ganz so weit wie Bob Dylan - ich finde ja, dass man dessen Lieder im Konzert nicht mehr wiedererkennen kann. Bei mir erkennt man den Song und die Texte. (...) Aber ich spiele halt etwas mit der Musik herum.“

Dass bei der Neueinspielung sofort das typische Cat-Stevens-Gefühl aufkommt, hat sicher auch mit der so gar nicht ältlichen Stimme dieses wunderbaren Sängers zu tun. Auf dem ikonischen „Father And Son“ sind sogar 50 Jahre auseinander liegende Vokalspuren zu hören: Der Cat Stevens von 1970 singt den Part des Sohnes, der aktuelle Yusuf/Cat Stevens etwas rauer und dunkler die Textzeilen des Vaters - „zusammengefügt durch die Magie digitaler Bearbeitung“, wie der Musiker im Interview schwärmt. Seine „Tillerman“-Nostalgie ist ganz unpeinlich, und eine sehr stilvolle Heimkehr zu den eigenen Wurzeln.

© dpa-infocom, dpa:200915-99-567959/3

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