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Zeitgemäß und retro zugleich: Das Debüt von Arlo Parks

Musik

Donnerstag, 4. Februar 2021 - 06:13 Uhr

von Von Lisa Forster, dpa

dpa Berlin. Lang ersehnt, endlich da: Das erste Album der jungen Britin Arlo Parks weist nach, warum sie von so vielen Kritikern und immer mehr Fans zu den größten Talenten des Pop-Jahres 2021 gezählt wird.

2021 könnte ihr Jahr werden: Arlo Parks. Foto: Jack Bridgelan/Pias/dpa

Schon vor der Veröffentlichung ihres Debüts wurde die 20-jährige Musikerin Arlo Parks gefeiert. Die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, ist Fan; die altehrwürdige BBC setzte sie auf ihre Liste der „Breakthrough Artists“, also der Künstlerinnen und Künstler mit großem Potenzial.

Die Zahl der Parks-Fans dürfte sich noch vergrößern, nachdem das herausragende erste Album der Londonerin erschienen ist: „Collapsed In Sunbeams“. Es spricht zeitgemäße Themen an, klingt dabei mit seiner Mischung aus Indie-Pop und R&B aber ganz zeitlos.

Parks hat nigerianische, tschadische und französische Wurzeln, wie ihre Plattenfirma mitteilt. Sensibel, „uncool“ und als selbsterklärter „Tomboy“ (dt. etwa: jungenhaftes Mädchen) habe sie mit ihrer Identität zu kämpfen gehabt. „Ich bin ein schwarzes Kind, das nicht tanzen kann, Emo-Musik hört und in ein Mädchen aus meiner Spanischklasse verliebt ist“, erinnert sie sich an diese Zeit. Mit 17 habe sie ihre Haare abrasiert, ihre Bisexualität erkannt und eine ganze Menge Musik geschrieben.

Die 20-jährige Britin verhandelt in ihren Liedern nicht nur Themen wie jugendliches Verliebtsein, sondern auch mentale Gesundheit oder den Umgang mit gesellschaftlichen Erwartungen. Parks ist Teil einer Generation, die sich mit der eigenen Identität auseinandersetzt und nichts als gegeben hinnimmt. Dass die Musikerin auch Lyrik schreibt, merkt man ihren Songtexten an, die voller feiner, detaillierter Beobachtungen sind.

Ihr Sound klingt etwas retro, dabei mit originellen Melodien. Das Lied „Hurt“ etwa beginnt mit einem groovenden Beat, der zum Mitwippen einlädt. Dann setzt Parks eingängige Gesangsmelodie ein, im Vordergrund steht ihre weiche, einnehmende Stimme, ein bisschen Bass im Hintergrund. Mehr braucht es nicht für einen Hit - und davon gibt es viele auf „Collapsed In Sunbeams“.

© dpa-infocom, dpa:210126-99-173010/3

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