22 Jahre nach Kindstötung: Mutmaßlicher Täter vor Gericht

dpa Maastricht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklaten vor, den Jungen entführt, sexuell missbraucht und getötet zu haben. Der mutmaßliche Täter bestreitet dies. Nach mehr als zwei Jahrzehnten beginnt heute der Prozess.

22 Jahre nach Kindstötung: Mutmaßlicher Täter vor Gericht

Berthie (2.v.r) und Peter Verstappen (r.), die Eltern des getöteten Jungen, vor dem Beginn des Prozesses. Foto: Marcel Van Hoorn/ANP/dpa

22 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des elfjährigen Nicky Verstappen in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze bei Aachen hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen.

Der 57 Jahre alte Angeklagte Jos B. erklärte vor einem Gericht in Maastricht, dass der Junge schon tot gewesen sei, als er ihn gefunden habe - er habe mit dem Verbrechen nichts zu tun.

Die Staatsanwaltschaft wirft Jos B. vor, den Jungen entführt, sexuell missbraucht und getötet zu haben. Der Fall hatte nicht nur in den Niederlanden, sondern auch im benachbarten Deutschland Bestürzung ausgelöst. Der Elfjährige war im August 1998 im Naturpark Brunssummerheide im Südosten der Niederlande während eines Sommercamps verschwunden. Einen Tag später wurde seine Leiche gefunden. Der niederländische Junge war sexuell missbraucht worden.

Trotz intensiver Ermittlungen gab es lange keine Spur von einem Täter. Doch 2018 wurde Jos B. in Spanien festgenommen und n die Niederlande ausgeliefert. Die Ermittler waren ihm nach einem Massen-Gentest auf die Spur gekommen. An der Leiche von Nicky waren 27 Spuren entdeckt worden, die alle mit der DNA des Angeklagten übereinstimmen sollen. Der Mann war bereits kurz nach der Tat vernommen worden, weil er am Tatort gesehen worden war.

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