4,4 Millionen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

dpa Washington. Noch im Februar feierten die USA die niedrigste Arbeitslosenquote seit Jahrzehnten. Die Corona-Krise hat die Erfolge zunichte gemacht. Die Zahl der Arbeitslosen steigt immer weiter.

4,4 Millionen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Wegen der Zuspitzung der Corona-Krise in den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut dramatisch angestiegen. Foto: John Locher/AP/dpa

Infolge der Corona-Pandemie haben in den USA die fünfte Woche in Folge Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 18. April wurden 4,4 Millionen Neuanträge registriert, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Damit haben innerhalb eines Monats mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren. Allein in der Vorwoche hatten 5,2 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Unterstützung gestellt.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Krise hin. Bis zum März hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen.

Die US-Arbeitslosenquote dürfte Experten zufolge bereits deutlich über 10 Prozent liegen, manche Analysten rechnen sogar mit etwa 15 Prozent. Einen genauen Wert gibt es noch nicht, weil die Statistik zuletzt nicht mit der Geschwindigkeit der Jobverluste Schritt halten konnte. Die Arbeitslosenquote hatte im Februar noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat das öffentliche Leben in den USA weitgehend zum Erliegen gebracht. Die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegt Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Flüge sind massenhaft gestrichen, Veranstaltungen abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen. Zudem sind Entlassungen in den USA in der Regel weit einfacher möglich als etwa in Deutschland.

US-Präsident Donald Trump hofft, dass eine Lockerung der wegen der Epidemie verhängten Schutzmaßnahmen Besserung bringen wird. Er will, dass die Bundesstaaten wieder stufenweise zur Normalität zurückkehren und hofft, dass die Wirtschaft dann wieder „wie eine Rakete“ durchstarten wird. Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr eine schwere Rezession erleben wird und eine Erholung erst 2021 in Sicht ist. Das kommt Trump - der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt - höchst ungelegen.

Regierung und Kongress hatten angesichts der Krise Ende März ein gewaltiges Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, um rund 2,2 Billionen Dollar in die leidende Wirtschaft zu pumpen. Diese Woche wollte der Kongress nochmals rund 500 Milliarden Dollar nachschieben.

Dann sollen insgesamt mehr als 650 Milliarden Dollar bereitstehen für ein Programm, das kleinen und mittelgroßen Unternehmen für die kommenden Monate weitgehend die Lohnkosten ersetzt, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen. Die Auswirkung des Programms auf die Arbeitsmarktdaten war aber noch nicht absehbar. Neue Daten zur Arbeitslosenquote im März und vorläufige Zahlen für April werden erst wieder Anfang Mai veröffentlicht werden.

Bis Donnerstagmorgen (Ortszeit) gab es in den USA nach Angaben von Forschern der Universität Johns Hopkins mehr als 840.000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Mehr als 46.000 Menschen kamen in den USA infolge der Epidemie ums Leben.