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In- und Ausland

64-Jähriger tötet 59 Menschen in Las Vegas

Kriminalität

Dienstag, 3. Oktober 2017 - 08:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Las Vegas. Es ist das blutigste Verbrechen in der jüngeren Kriminalgeschichte der USA - und gleichzeitig eines der verblüffendsten. Ein 64 Jahre alter Mann erschießt 59 Menschen in Las Vegas. Zahllose werden verletzt. Die Tat scheint in kein gewöhnliches Schema zu passen.

Menschen gedenken in Roanoke, Virgina, an der Greene Memorial United Methodist Kirche der Opfer nach einer Schießerei in Las Vegas. Foto: Heather Rousseau/The Roanoke Times

Nach dem historisch beispiellosen Massenmord von Las Vegas sucht die Polizei fieberhaft nach dem Motiv des Täters.

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Der 64-Jährige hatte nach Polizeiangaben mindestens 59 Menschen durch Schüsse aus einem Zimmer im 32. Stock des Mandalay Bay Hotels am berühmten „Strip“ von Las Vegas getötet. Hunderte weitere wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatten sich vor dem Tropicana-Hotel nach Polizeiangaben 22 000 Menschen versammelt, um an einem Country-Music-Konzert teilzunehmen. Es lief gerade ein Festival. „Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf“, sagte Bezirks-Sheriff Joseph Lombardo. Nie zuvor in der Kriminalgeschichte der USA sind bei einem derartigen Verbrechen mehr Menschen ums Leben gekommen.

Die Polizei drang nach minutenlangem Kugelhagel in das Hotelzimmer ein. Nach Schilderungen Lombardos schoss der Angreifer durch die Zimmertür auf die Beamten. Als die Polizei sich den Weg ins Zimmer freigesprengt hatte, war der Mann tot - nach Lage der Dinge hat er sich selbst erschossen. Bezüge zu Terrororganisationen gibt es ersten Ermittlungen zufolge nicht, wie die US-Bundespolizei FBI mitteilte.

Paddocks Bruder Eric sagte in verschiedenen Interviews, sein Bruder sei kein Fanatiker gewesen, weder politisch noch religiös. Er sei lediglich hin und wieder nach Las Vegas gefahren, um dem Glücksspiel nachzugehen. „Er hat höher gespielt als der Durchschnitt“, sagte Eric Paddock. Er habe aber auch viel mehr Geld gehabt, als der Durchschnitt. „Er war ein wohlhabender Kerl, er ging auf Kreuzfahrten“, sagte sein Bruder. „Er konnte sich leisten, was er wollte.“ Nach Medienberichten hatte Paddock Geld mit Immobilien verdient.

Grausame Szenen spielten sich Sonntag gegen 22 Uhr Ortszeit in Las Vegas ab. Die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir krochen über Tote.“ Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich stammten sie von einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte dem Sender CNN: „Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen“.

Das Auswärtige Amt konnte am Montag zunächst noch keine Auskunft darüber geben, ob unter den Opfern deutsche Staatsbürger sind. „Unsere Kolleginnen und Kollegen der Botschaft Washington sind in engem Kontakt mit den US-Behörden und versuchen, Informationen zu sichern“, hieß es.

US-Präsident Donald Trump sprach den Opfern sein Mitgefühl aus und sprach von einem „Akt des absolut Bösen“. Der Präsident rief die Amerikaner zu Einigkeit und Zusammenhalt auf. Auch die Bundesregierung reagierte entsetzt. „Fassungslos und tief erschüttert über die Morde von Las Vegas“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. „So viele zerstörte Leben.“

Eine Diskussion über schärfere Waffengesetze ist nach Darstellung des Weißen Hauses aber verfrüht. „Es wäre voreilig, politische Maßnahmen zu diskutieren, solange wir nicht vollständig wissen, was gestern Abend passiert ist“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, nachdem sich mehrere US-Politiker erneut für schärfere Waffengesetze ausgesprochen hatten. Präsident Trump habe aber mehrmals deutlich gemacht, dass er ein Befürworter des zweiten Verfassungszusatzes sei. Dort ist das grundsätzliche Recht auf den Besitz von Schusswaffen für US-Bürger festgeschrieben.


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