Mit der Nutzung unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen. Verstanden
In- und Ausland

68.000 Frauen und Mädchen von Genitalverstümmelung betroffen

Gesundheit

Donnerstag, 25. Juni 2020 - 12:52 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Die Familien- und Frauenministerin spricht von erschreckenden Zahlen. In Deutschland sind immer mehr Frauen von Genitalverstümmelung betroffen.

Frauenministerin Franziska Giffey und Faduma Korn, 1. Vorsitzende von „NALA e.V. Bildung statt Beschneidung“ präsentieren das Ergebnis einer Unterschriftenaktion gegen Genitalverstümmelung. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey leben in Deutschland derzeit knapp 68.000 Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind.

Die Zahl sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, sagte die SPD-Politikerin. Im Vergleich zu Daten, die das Ministerium im Februar vor drei Jahren vorgelegt hatte, sei das ein Anstieg um 44 Prozent.

Die meisten betroffenen Frauen stammten aus Eritrea, Somalia, Indonesien, Ägypten und Nigeria. Der Grund für den Anstieg liege in höherer Zuwanderung aus diesen Staaten, sagte Giffey. Auch bei den Minderjährigen seien die Zahlen erschreckend hoch: Bis zu 14.880 Mädchen seien in Deutschland von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht.

Giffey sprach zugleich davon, dass es nicht einfach sei, solche Daten zu erheben. „Es ist ein Straftatbestand, so dass wir uns hier im Rahmen einer Dunkelfeldforschung bewegen.“ Die Erhebung wurde den Angaben zufolge im Auftrag des Ministeriums nach einer von dem Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen entwickelten Methodik erstellt. „Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und eine archaische Straftat, die Mädchen und Frauen in ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung verletzt“, sagte die SPD-Politikerin. Ziel sei es Mädchen und junge Frauen davor schützen und Hilfe anzubieten.

Unterstützung für Betroffene könnten etwa Hebammen leisten. Zudem verwies Giffey auf das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, dass rund um die Uhr auch mit mehrsprachigen Ansprechpartnern erreichbar ist.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-560005/2

Ihr Kommentar zum Thema

68.000 Frauen und Mädchen von Genitalverstümmelung betroffen

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha