In- und Ausland

9-Euro-Monatsticket soll kein Strohfeuer bleiben

Verkehr

Mittwoch, 13. April 2022 - 13:14 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Die Ampel-Koalition hatte Ende März vereinbart, dass für 90 Tage ein Ticket für 9 Euro pro Monat für den Personennahverkehr eingeführt werden soll - auch damit Autofahrer auf Busse und Bahnen umsteigen.

Ab Juni soll es für den Nahverkehr für drei Monate ein 9-Euro-Ticket geben. Foto: Hannes P. Albert/dpa

Die Verkehrsunternehmen in Deutschland arbeiten unter Hochdruck an der Umsetzung des 9-Euro-Monatstickets für den öffentlichen Nahverkehr, das am 1. Juni starten und bundesweit gelten soll.

„Ziel ist es, dass danach viele der neuen Kundinnen und Kunden bei uns bleiben“, sagte Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), am Mittwoch in Berlin vor Journalisten. „Die Aktion soll möglichst kein Strohfeuer bleiben.“

Das 9-Euro-Monatsticket soll vom 1. Juni bis Ende August gelten, und zwar monatsscharf - das bedeutet: wenn jemand das Ticket zum Beispiel Mitte Juni kauft, gilt es bis Ende Juni. Es gilt auch für den Regionalverkehr, nicht aber für den Fernverkehr der Deutschen Bahn.

Für Abonnentinnen und Abonnenten etwa von Monatstickets soll es laut VDV einen „Treuebonus“ geben. Abokunden sollen sich um nichts kümmern müssen. Das 9-Euro-Monatsticket soll verrechnet werden - über eine Verringerung des Bankeinzugs oder eine Erstattung. Für Neukunden soll das Ticket ein „Schnupperticket“ sein. Sie sollen, sofern sie dem zustimmen, von den Verkehrsunternehmen Anschlussangebote bekommen.

Der Verkauf des günstigen Tickets soll den Angaben nach in erster Linie über die Unternehmen vor Ort laufen. Geplant sei aber auch eine bundesweite App. Das Ticket soll digital erhältlich sein, aber auch über Fahrkartenautomaten und Kundencenter.

Der VDV rechne nach einer ersten vorsichtigen Schätzung damit, dass insgesamt 30 Millionen alte und neue Fahrgäste das Ticket nutzen werden, sagte Wolff: „Es ist ein großes Experiment.“ Das Geld für die Aktion müsse vor dem Start bei den Unternehmen und Verbünden sein. Der Bund hatte zugesagt, die Kosten von insgesamt 2,5 Milliarden Euro zu übernehmen. Die Länder fordern darüber hinaus weitere Milliardenhilfen für die Verkehrsunternehmen, um etwa Kostensteigerungen bei Energiepreisen ausgleichen zu können.

© dpa-infocom, dpa:220413-99-905767/3

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