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In- und Ausland

999 statt 1000 Besucher - Lauterbach kritisiert Veranstalter

Krankheiten

Mittwoch, 11. März 2020 - 17:59 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Hamburg. So kann man als Veranstalter seinen auch Event retten: Immer öfter werden maximal 999 Besucher zu Konzerten und Theateraufführungen eingelassen, um die Grenze von 1000 Menschen nicht zu überschreiten, ab der eine Absage droht. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach nennt die Trickserei „blanken Unfug“.

Das Deutsche Nationaltheater Weimar führt nur noch Veranstaltungen mit einer maximalen Besucherzahl von 500 Personen durch. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Versuche kritisiert, Kulturveranstaltungen mit einer Deckelung der Besucherzahlen auf unter 1000 über die Bühne zu bringen.

„Die Grossveranstaltungen sollen abgesagt werden, nicht auf 1000 beschränkt. Wenn das Schule macht muss die Grenze deutlich reduziert werden. Verantwortungsloser Vorgang“, twitterte Lauterbach am Mittwoch über eine Veranstaltung in Mannheim.

Dort hatte die Musikalische Akademie Mannheim die Besucherzahl für ihr Akademiekonzert auf 999 gedeckelt - in Absprache mit der Stadt. Mitarbeiter sollten die Besucher am Dienstagabend am Haupteingang zählen und bei Erreichen der Höchstzahl den Saal schließen, hatte die Akademie mitgeteilt. So war sie schon bei einem Konzert am Vorabend verfahren. Zuvor hatte der „Mannheimer Morgen“ darüber berichtet.

„Die Beschränkung auf 999 Besucher ist für ein solches Konzert natürlich blanker Unsinn“, schrieb Lauterbach. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen vielerorts verboten worden.

Auch das Hamburger „Mehr!Theater“ will seine Zuschauerzahlen begrenzen. Man wolle sicherstellen, nicht vor mehr als 1000 Gästen zu spielen, sagte Julia Reichel, Sprecherin des Theaters am Hamburger Großmarkt, am Mittwoch. In dem Theater wird seit Anfang Februar die deutschsprachige Version des zweiteiligen Theaterstücks „Harry Potter und das verwunschene Kind“ von J.K. Rowling aufgeführt. In den großen Saal des Theaters passen nach Angaben der Sprecherin normalerweise 1670 Zuschauer.

Das Deutsche Nationaltheater Weimar führt nur noch Veranstaltungen mit einer maximalen Besucherzahl von 500 Personen durch. Das Theater reagiert damit auf eine am Mittwoch in Kraft getretene Verfügung der Stadt Weimar. „Alle Vorstellungen und Konzerte im Großen Haus finden mit dieser Maßgabe bis auf Weiteres wie geplant statt“, hieß es. Einige Vorstellungen seien aufgrund der Beschränkung nunmehr ausverkauft.

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