In- und Ausland

ADAC streicht weniger Stellen als geplant

Verkehr

Samstag, 5. Mai 2018 - 08:51 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Dresden. Veränderungen zwingen den ADAC zur Nabelschau und zum Umdenken. Für die Zukunft nimmt der Autofahrer-Verein die „Pole Position“ in den Blick.

Pannenhilfsfahrzeug des ADAC in Potsdam. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv

Der ADAC verschlankt sich im Zuge seines Sparkurses weniger drastisch als ursprünglich geplant.

Statt der im Herbst 2017 angekündigten 400 Stellen werden nur etwa um die 250 gestrichen, wie Präsident August Markl der Deutschen Presse-Agentur in Dresden vor der Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs sagte.

„Die Stellen werden wir so sozialverträglich wie möglich abbauen.“ An einigen Stellen sei schon damit begonnen worden. Nach Angaben von Markl wird aufgrund umfangreicher Investitionen in digitale Themen und Projekte auch 2017 von einem Defizit ausgegangen. Beitragserhöhungen seien aktuell aber nicht geplant, sagte Markl.

„Das Wichtigste in den vergangenen Monaten war zu identifizieren, in welchen Bereichen wir Nachholbedarf haben und wo wir investieren müssen.“ Digitalisierung und Effizienz seien wesentliche Elemente des Zukunftsprogramms „Pole Position“ bis 2020. „Wir wollen uns vom Pannenhelfer zum Mobilitätshelfer entwickeln, Helfer in allen Lebenslagen sein, die mit Mobilität zusammenhängen.“ Es gehe um digitale Beratung, Information und Service, wie die Mitglieder am besten von A nach B kommen - „zu Fuß, mit Fahrrad, Motorrad, Auto oder Flugzeug und auch möglichst ohne Panne“.

Dafür sollen neue Angebote entwickelt werden, die nahtlose Mobilität ermöglichen und etwa die schnellste Verbindung anzeigen. Laut Markl holt der ADAC in Sachen Digitalisierung auf. Es gehe sowohl um die eigenen Angebote als auch Kooperationen, etwa mit der IT-Messe Cebit. „Die "Gelben Engel" wird es natürlich weiterhin geben“, versicherte er. Aber der Verein gehe auch mit der Zeit und beschäftige sich intensiv mit Innovationsthemen wie alternative Antrieben. „Wir nehmen uns intensiv der E-Mobilität an und gehen auf diesem Gebiet voran.“

Im September 2017 hatte der Autofahrer-Verein den Stellenabbau in seiner Münchner Zentrale vor dem Hintergrund des 2020 drohenden strukturellen Defizits in Höhe von 170 Millionen Euro angekündigt. Ende April hatte der ADAC nach eigenen Angaben über 20,3 Millionen Mitglieder.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.