In- und Ausland

Angriff auf jüdisches Restaurant: Bewährungsstrafe

Extremismus

Mittwoch, 8. September 2021 - 16:03 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Chemnitz. Der Angriff auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz hatte 2018 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nun ist ein Angeklagter verurteilt worden - in Haft muss der 30-Jährige aber nicht.

Uwe Dziuballa (r.), Chef des jüdischen Restaurants „Schalom“, spricht im Amtsgericht mit Medienvertretern. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Drei Jahre nach dem Angriff auf das jüdische Restaurant „Schalom“ und seinen Geschäftsführer in Chemnitz ist ein 30-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Amtsgericht Chemnitz sprach den Mann aus Niedersachsen am Mittwoch der gefährlichen Körperverletzung und des Landfriedensbruchs schuldig. Ende August 2018 hatte eine Gruppe das Lokal mit Steinen und Flaschen attackiert und dabei auch den Wirt verletzt. An einem Stein war DNA des Mannes gefunden worden. In Verbindung mit einer anderen Verurteilung wegen Drogenhandels verhängte Richter Dominik Börner eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Staatsanwalt Thomas Fischer hatte in seinem Plädoyer von einer „rassistischen Tat“ gesprochen. Der Wirt habe getroffen werden sollen, weil er sich zum Judentum bekenne. Er beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat - ohne Bewährung. Die Verteidigung verlangte dagegen einen Freispruch. Über die DNA-Spur hinaus seien keine weiteren Indizien für eine Schuld seines Mandanten gefunden worden, sagte Rechtsanwalt Jan-Hendrik Herms. Der angeklagte Deutsche selbst hatte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa-infocom, dpa:210908-99-141155/2

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