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In- und Ausland

Ankara: Zwei weitere türkische Soldaten in Idlib getötet

Konflikte

Donnerstag, 27. Februar 2020 - 09:09 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Istanbul. Im Syrien-Konflikt nehmen die Spannungen immer mehr zu. Nun sind zwei türkische Soldaten in der Provinz Idlib ums Leben gekommen. Das Gebiet ist das letzte große Rebellengebiet in dem Bürgerkriegsland.

Von der Türkei unterstützte Rebellenkämpfer feuern eine Haubitze ab. Aus Idlib flohen nach UN-Angaben seit Anfang Dezember fast 950 000 Menschen. Foto: Ghaith Alsayed/AP/dpa

Bei einem Luftangriff in der nordwestsyrischen Provinz Idlib sind nach offiziellen Angaben zwei türkische Soldaten getötet worden. Zwei weitere Soldaten seien bei dem Angriff verletzt worden, meldete das Verteidigungsministerium in Ankara via Twitter.

Der Angriff sei von syrischen „Regime-Kräften“ ausgegangen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Das türkische Militär habe Vergeltung geübt. Damit dürfte die Zahl der in rund einem Monat in der Region getöteten türkischen Militärangehörigen auf 19 gestiegen sein.

Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in dem Bürgerkriegsland. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt islamistische Rebellen. Mit Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung hatte sie ein Abkommen getroffen, um in Idlib eine Deeskalationszone einzurichten, und dort Beobachtungsposten aufgestellt. Eigentlich gilt auch eine Waffenruhe. In den vergangenen Wochen war das syrische Militär mit russischer Unterstützung aber weiter in dem Gebiet vorgerückt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wiederholt mit einem Militäreinsatz gedroht, sollte sich das syrische Militär nicht zurückziehen. Ein entsprechendes Ultimatum in Richtung syrische Regierung soll Ende Februar auslaufen.

Gleichzeitig laufen Verhandlungen mit Russland. Auch ein weiterer Gipfel unter Beteiligung von Deutschland, Frankreich, Russland und der Türkei ist im Gespräch. Die Türkei will unter anderem verhindern, dass die fortgesetzten Angriffe Syriens und seiner Unterstützer mehr Menschen vertreiben. Hunderttausende sind auf der Flucht, viele in Richtung türkische Grenze. Die humanitäre Situation ist dramatisch.

Dominiert wird Idlib von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Syrien und sein Verbündeter Russland argumentieren, sie bekämpften in der Region Terroristen. Allerdings kämpfen dort auch gemäßigtere Rebellen.

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