In- und Ausland

Ankerzentren starten in Bayern

Migration

Mittwoch, 1. August 2018 - 05:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa München. Migranten schneller abschieben, wenn sie kein Bleiberecht haben - das ist das erklärte Ziel von Bundesinnenminister Seehofer. Über den Weg dahin gab es viel Streit bis hin zur Regierungskrise. Nun setzt Bayern eines von Seehofers zentralen Asylprojekten um.

Das Wort „Anker“ steht keineswegs für einen rettenden Hafen in stürmischer See. Es steht vielmehr für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Foto: Stefan Puchner

Abschiebelager, Masseneinrichtungen, Ghettos - so haben kirchliche Organisationen, Flüchtlingshelfer und die Opposition die Ankerzentren kritisiert. Bayern startet nun als erstes Bundesland mit den umstrittenen Einrichtungen.

Nach dem „Masterplan Migration“ von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sollen die Einrichtungen die Asylverfahren und damit auch eine Abschiebung oder Rückführung derjenigen Migranten beschleunigen, die kein Bleiberecht haben.

Während andere Bundesländer noch zögern oder schon erklärt haben, vorerst nicht mitmachen zu wollen, setzt Bayern trotz vielfacher Kritik den Plan um. In allen sieben Regierungsbezirken des Freistaats werden dazu Transitzentren oder Erstaufnahmeeinrichtungen in Ankerzentren umgewandelt. Etwa 1000 bis maximal 1500 Flüchtlinge sollen dort jeweils zentral untergebracht werden.

Das Wort „Anker“ steht für Ankunft, kommunale Verteilung, Entscheidung und Rückführung. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die Bundesagentur für Arbeit, Jugendämter, Justiz- und Ausländerbehörden sollen dort vertreten sein. Kurze Wege sollen die Verfahren beschleunigen. Kirchliche Organisationen, Flüchtlingshelfer und die Opposition haben die Ankerzentren hingegen als Abschiebelager kritisiert, sie warnen vor einer Ghettoisierung.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.