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In- und Ausland

Anschlag auf palästinensischen Ministerpräsidenten in Gaza

Konflikte

Dienstag, 13. März 2018 - 11:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Gaza/Tel Aviv. Die Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah reden seit Monaten über eine Versöhnung. Nun gibt es einen Anschlag auf die Wagenkolonne des Ministerpräsidenten im Gazastreifen.

Rami Hamdallah inmitten siner Leibwächter. Foto: Mohammed Saber/Archiv

Ein Sprengsatz ist am Morgen neben einem Konvoi des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah detoniert. Die Explosion habe sich im nördlichen Gazastreifen ereignet, teilte das von der radikal-islamischen Hamas geführte Innenministerium in Gaza mit.

Es gebe keine Berichte von Verletzten. Die palästinensische Nachrichtenagentur „Maan“ schrieb dagegen, es seien sieben Menschen verletzt worden.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sehe die Hamas als verantwortlich für den Vorfall, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur Wafa. Sein Sprecher sagte: „Der Angriff auf den Konvoi ist ein Angriff auf die Einheit des palästinensischen Volkes.“ Nach Medienberichten befand sich auch der Geheimdienstchef Madschid Faradsch bei Hamdallah.

Die Hamas verurteilte den Angriff. Dies sei ein Versuch, den Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah zu untergraben und die Sicherheitslage in Gaza zu destabilisieren, schrieb die Organisation auf Twitter. Die Hamas kritisierte Abbas dafür, sie für den Vorfall verantwortlich zu sehen. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden.

Nach Aussage des Innenministeriums fuhr der Konvoi trotz der Explosion weiter. Hamdallah sprach anschließend bei der Einweihung einer Kläranlage.

„Das wird uns nicht davon abhalten, mit der nationalen Einheit weiterzumachen“, sagte Hamdallah. „Wir werden nach Gaza zurückkommen, und wir werden unsere Anstrengungen für die Einheit fortsetzen. Was passiert ist, wird uns nicht aufhalten.“ Drei Autos seien bei der Explosion beschädigt worden.

Die Fatah-Partei von Abbas und die Hamas hatten nach mehr als zehn Jahren Bruderzwist am 12. Oktober in Kairo ein Versöhnungsabkommen vereinbart. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Prozess läuft bisher aber sehr schleppend.

Die Hamas hatte 2007 die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Die EU, die USA und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Israel hat eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird.

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