In- und Ausland

Arbeitgeber und DGB: Flüchtlinge in Arbeitsmarkt integrieren

Konflikte

Freitag, 4. März 2022 - 10:24 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Politiker, Arbeitgeber und Gewerkschaftler sind sich einig: Die Geflüchteten aus der Ukraine sollen schnellen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten.

Flüchtlinge aus der Ukraine kommen im Ankunftszentrum Reinickendorf an. Allen am Donnerstag kamen 6500 Flüchtende in Direktzügen aus dem ukrainischen Grenzgebiet in Berlin an. Foto: Annette Riedl/dpa

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben dazu aufgerufen, die Integration von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern.

„Die Unternehmen, Betriebs- und Personalräte stehen bereit, ihren Anteil zu tragen, diese Menschen aufzunehmen, aus- und fortzubilden und in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Diese Verfahren müssten aber rechtssicher und unbürokratisch organisiert werden. „Wir rufen die Bundesregierung auf, diesen Rahmen zu schaffen“, erklärte die Verbände.

BDA und DGB verurteilten den russischen Angriff auf die Ukraine „auf das Schärfste“ und unterstützten die verhängten Sanktionen. „Unser Respekt und unsere Unterstützung gelten den Menschen in der Ukraine und denen in Russland, die sich kritisch zur Politik des Präsidenten äußern“, erklärten sie. Die politische Botschaft sei klar: „Die russische Regierung muss die Kämpfe umgehend beenden, einem sofortigen Waffenstillstand zustimmen und jede weitere Eskalation der Situation verhindern.“ Es müsse weiter mit Hochdruck an diplomatischen Lösungen gearbeitet werden.

Berlin zeigt sich gewappnet

Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) ist Vorwürfen entgegengetreten, die Verwaltung der Hauptstadt sei mit der wachsenden Zahl von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine überfordert. Es sei aber klar, dass man etwa am Hauptbahnhof „jetzt mehr Verantwortung übernehmen“ werde, sagte sie im Deutschlandfunk. In Berlin seien allein am Donnerstag 6500 Flüchtende in Direktzügen aus dem ukrainischen Grenzgebiet angekommen. Rund ein Drittel der Menschen werde vom Land untergebracht, zwei Drittel schafften das selbstständig.

Kipping rechnet in den kommenden Tagen mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass auf Europa die größte Fluchtbewegung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zukommt“, sagte sie. „Was wir bisher erlebt haben, ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Berlin sei für die Kriegsflüchtlinge das Tor zu Europa. Bisher habe man es geschafft, dass jeder ein Bett und Essen für die Nacht bekommen habe. Die nächste Aufgabe sei sicherzustellen, dass die Kinder Plätze in Schulen und Kitas bekämen.

© dpa-infocom, dpa:220304-99-380430/2

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