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Armenien und Aserbaidschan übergeben getötete Soldaten

Konflikte

Samstag, 14. November 2020 - 12:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Baku/Eriwan. Aserbaidschan hat Armenien die Leichen von mehreren Soldaten übergeben, die bei den Kämpfen in Berg-Karabach getötet wurden. Der jüngste Ausbruch von Gewalt im jahrzehntelangen Konflikt um die separatistische Region hat eine hohe Zahl von Toten gefordert.

Fahrzeuge des russischen Militärs fahren über eine Straße in Richtung der separatistischen Region Berg-Karabach. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Nach der Ankunft russischer Friedenstruppen in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus hat Aserbaidschan mehrere getötete Soldaten an Armenien übergeben.

Dabei handele es sich um Streitkräfte, die bei den Kämpfen um die von Aserbaidschan zurückeroberte Stadt Schuscha ums Leben gekommen waren, teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Samstag in der Hauptstadt Baku mit.

Eine Zahl wurde zunächst nicht genannt. Im Gegenzug habe Armenien sechs getötete Soldaten an Aserbaidschan übergeben. Der Austausch von Leichen war zu Wochenbeginn in einem Abkommen über ein Ende aller Kampfhandlungen vereinbart worden.

Nach Angaben des armenischen Gesundheitsministeriums in der Hauptstadt Eriwan sind bislang die Leichen von mehr als 2300 Gefallenen forensisch untersucht worden. Darunter seien Leichen, die bislang noch nicht identifiziert worden seien, teilte das Ministerium bei Facebook mit. Die Karabach-Behörden gaben die Zahl der getöteten Soldaten zuletzt mit 1383 an. Das aserbaidschanische Militär machte bislang mit Blick auf die Zensur während des Kriegsrechts keine Angaben zu den Verlusten in den eigenen Reihen.

Anfang der Woche hatten sich Armenien und Aserbaidschan unter Vermittlung Russlands nach mehreren Wochen heftiger Kämpfe auf das Abkommen verständigt. Kern der Übereinkunft ist der Einsatz von rund 2000 russischen Friedenssoldaten in Berg-Karabach. Sie sollen die Einhaltung der Waffenruhe überwachen.

Die meisten von ihnen bezogen bereits Stellung, darunter auch in der von Armenien kontrollierten Hauptstadt Stepanakert. Mittlerweile seien zwölf Beobachtungsposten eingerichtet worden, teilte das russische Verteidigungsministerium der Agentur Interfax zufolge mit. Zudem habe die Militärpolizei mit Patrouillen begonnen.

Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über Berg-Karabach mit etwa 145.000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. In dem neuen Krieg hat sich Aserbaidschan weite Teile des Gebiets zurückgeholt. Das Land berief sich dabei auf das Völkerrecht und sah sich von seinem „Bruderstaat“ Türkei unterstützt. Armenien wiederum setzt auf Russland als Schutzmacht.

© dpa-infocom, dpa:201114-99-331106/2

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