In- und Ausland

Aung San Suu Kyi verteidigt Myanmar gegen Völkermord-Klage

Justiz

Mittwoch, 11. Dezember 2019 - 12:37 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Den Haag. Die Gewalt gegen die muslimische Rohingya-Minderheit in Myanmar hat die Welt erschüttert. Erstmals befasst sich damit der Internationale Gerichtshof. Nun hat Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kuy das Wort.

Aung San Suu Kyi, de facto Regierungschefin von Myanmar, spricht am zweiten Tag der dreitägigen Anhörungen. Foto: Peter Dejong/AP/dpa

Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat Vorwürfe des Völkermordes gegen ihr Land entschieden zurückgewiesen. Die Armee verteidige das Land gegen Angriffe bewaffneter Rebellen, erklärte die Friedensnobelpreisträgerin in Den Haag vor dem Internationalen Gerichtshof.

Gambia hatte Klage gegen Myanmar eingereicht und dem Land wegen der Gewalttaten der Militärs gegen die muslimische Rohingya-Minderheit Völkermord vorgeworfen. Aung San Suu Kyi nannte diese Beschuldigungen „unvollständig und irreführend“.

„Wir haben einen internen bewaffneten Konflikt in Myanmar“, sagte Aung San Suu Kyi vor dem höchsten UN-Gericht. Im Herbst 2016 hätten Rebellen Polizeistationen angegriffen. Daraufhin habe das Militär reagiert. Dabei habe es möglicherweise auch Übergriffe gegeben. Die Justiz Myanmars verfolge Schuldige strafrechtlich.

Gambia beruft sich in der Klage gegen Myanmar auf einen Bericht von UN-Ermittlern. Sie hatten dem Militär Myanmars „anhaltenden Völkermord“ zur Last gelegt. Soldaten hätten Tausende Menschen ermordet, Frauen und Kinder vergewaltigt, Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und Menschen lebendig in ihren Häusern verbrannt. Mehr als 700 000 Menschen waren in das Nachbarland Bangladesch geflohen.

Das UN-Gericht berät noch bis Donnerstag. Ein Urteil wird in wenigen Wochen erwartet.

Eine Frau der Rohingya weint in einem Lager für Binnenvertriebene in Myanmar. Foto: Nyunt Win/epa/dpa/Archiv

Rohingya, die aus dem Kampfgebiet geflohen sind, tragen ihr Hab und Gut bei der Ankunft in einem Kloster. Foto: Nyunt Win/epa/dpa

Abdulqawi Yusuf (2.v.r), Präsident des Internationalen Gerichtshofs, bei einer Anhörung zu den Genozid-Vorwürfen gegen die Regierung Myanmars. Foto: Koen Van Weel/ANP/dpa


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.