In- und Ausland

Auschwitz Komitee sieht Steinmeiers Polen-Reise als Signal

Bundespräsident

Donnerstag, 17. Juni 2021 - 11:33 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Warschau/Berlin. 1991 schlossen Deutschland und Polen einen Nachbarschaftsvertrag ab. Zum Jahrestag reist Bundespräsident Steinmeier nach Warschau. Er trifft seinen Kollegen Duda, Jugendliche und KZ-Überlebende.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist zum Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags nach Warschau. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist in Warschau vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda mit militärischen Ehren empfangen worden.

Am 30. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags will Steinmeier ein Zeichen der Verbundenheit senden und mit Duda über Wege in die gemeinsame europäische Zukunft diskutieren. Der Besuch sei „ein Zeichen des die Hand Reichens und gemeinsam nach vorne Blickens“ trotz der Schwierigkeiten, die es im Verhältnis der Regierungen gebe, hieß es aus Kreisen des Bundespräsidialamtes.

Vier-Augen-Gespräch mit Duda

Steinmeier wollte nach einem Gespräch mit Duda unter vier Augen und im größeren Kreis am Nachmittag einen Kranz am Grabmal des Unbekannten Soldaten niederlegen. Im Anschluss war eine Diskussion mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus beiden Ländern geplant.

Der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag war nach dem Ende des Kalten Krieges am 17. Juni 1991 geschlossen worden. Das Dokument schrieb unter anderem die Unantastbarkeit der Grenzen fest. Es sicherte Polen darüber hinaus deutsche Unterstützung bei der Annäherung an die EU zu, der das Land dann 2004 beitrat.

Mehrere strittige Themen

Derzeit gibt es mehrere strittige Themen zwischen Deutschland und Polen. Dazu gehört etwa die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee. Kurz vor dem Besuch Steinmeiers hatte ein Berater von Präsident Andrzej Duda zudem den Bau des in Berlin geplanten Gedenkorts für polnische NS-Opfer angemahnt. Vertreter der nationalkonservativen Regierungspartei PiS erheben immer wieder Forderungen nach Reparationen für die Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs.

Steinmeier trifft in Warschau auch mit dem KZ-Überlebenden und Vorsitzenden des Internationalen Auschwitz Komitees, Marian Turski, zusammen. Der 94-Jährige wertete den Besuch des Bundespräsidenten als eine Geste des guten Willens. „Dies ist ein gutes Signal, denn Polen ist dann stärker, wenn die Beziehungen zwischen Polen und der EU stärker sind“, sagte Turski der Deutschen Presse-Agentur. Turski wurde 1944 in das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert, er ist Mitbegründer des Museums der Geschichte der polnischen Juden in Warschau.

© dpa-infocom, dpa:210617-99-26615/3

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt auf dem Frederic-Chopin-Flughafen mit einem Airbus der Flugbereitschaft der Bundeswehr an. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Ihr Kommentar zum Thema

Auschwitz Komitee sieht Steinmeiers Polen-Reise als Signal

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha