In- und Ausland

Baerbock nennt Greenpeace-Aktion „total daneben“

Fußball

Donnerstag, 17. Juni 2021 - 14:13 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend landete ein Motorschirm-Flieger im Stadion - eine Aktion von Greenpeace - mit Folgen.

Ein Greenpeace-Aktivist landet mit einem Motorschirm-Flieger bei einer Protestaktion auf dem Spielfeld. Foto: Christian Charisius/dpa

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat die missglückte Greenpeace-Aktion im Münchner EM-Stadion klar verurteilt.

„Diese Stadion-Aktion war natürlich total daneben und unverantwortlich und ist hart zu kritisieren“, sagte Baerbock am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung ihres Buchs „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“.

Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich am Dienstagabend hatte ein Motorschirm-Flieger sich und die Fans in der Arena mit einer Notlandung im Stadion in Gefahr gebracht. Zwei Männer wurden verletzt. Hinter der Aktion stand die Umweltorganisation Greenpeace, die damit gegen den EM-Sponsor Volkswagen protestieren wollte. Greenpeace entschuldigte sich.

Baerbock ergänzte: „Aber auch da: Ich erlebe ja gerade, was hier politische Wettbewerber gerade für Spiele treiben.“ Einzelaktionen im Wahlkampf zu nutzen oder „Äußerungen von Intellektuellen zu instrumentalisieren, das ist nicht meine Art von Wahlkampf, und da werde ich nicht mitmachen“. Zur Frage der Gemeinnützigkeit von Organisationen gebe es klare gesetzliche Regelungen, die jeder Politiker kennen solle.

Mehrere Politiker, darunter auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) und Bayerns Innenminister, hatten nach der Aktion gefordert, die Gemeinnützigkeit von Greenpeace auf den Prüfstand zu stellen.

Baerbock bezog sich zudem offensichtlich auf die Reaktion von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak auf die Videobotschaft der Publizistin Carolin Emcke beim Grünen-Parteitag. Emcke hatte unter anderem vor Wissenschaftsfeindlichkeit, Populismus und Vorurteilen gewarnt und dann gesagt: „Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen oder die Virologinnen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscherinnen.“

Sie zeigte bei dem kritisierten Zitat im Video Gänsefüßchen, etwa vor der Formulierung „Eliten“ oder „Juden und Kosmopoliten“.

Ziemiak hatte Emcke am Samstag eine „geschichtsvergessene Entgleisung“ vorgeworfen und war dafür heftig kritisiert worden. Er nahm die Vorwürfe am Dienstagabend nach einem Gespräch mit Emcke zurück und löschte den ursprünglichen Tweet.

© dpa-infocom, dpa:210617-99-33023/2

Ihr Kommentar zum Thema

Baerbock nennt Greenpeace-Aktion „total daneben“

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha