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Bau-Tarifpartner sind in schwierige Tarifrunde gestartet

Tarife

Dienstag, 19. Mai 2020 - 15:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Verglichen mit Ladeninhabern, Hoteliers und Gastwirten kommen Bauunternehmer noch ganz passabel durch die Krise. Die Beschäftigten wollen nun mehr Geld. Doch die Chefs warnen.

Betonbauer verarbeiten frischen Beton auf einer Baustelle in der Hafencity. Foto: Christian Charisius/dpa

Nach jahrelangem Bauboom haben die Tarifverhandlungen der Branche am Dienstag mitten in der Corona-Krise begonnen.

Zum Auftakt in Berlin tauschten Arbeitgeber und Gewerkschaft ihre Positionen aus - und diese könnten kaum unterschiedlicher sein: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) geht von weiter guten Geschäften aus und fordert deutliche Einkommensverbesserungen für die rund 850.000 Beschäftigten.

Die Arbeitgeber zeichnen ein anderes Bild: Der Branchenumsatz werde real sinken, weil vor allem Firmen und die öffentliche Hand in der Corona-Krise weniger bauten. Allein im Wohnungsbau sieht es demnach noch nach einem stabilen Geschäft aus.

Man könne sich glücklich schätzen, wenn die Bauwirtschaft dieses Jahr denselben Umsatz mache wie im vergangenen - was real einem Minus von drei Prozent entspreche, wenn man Preissteigerungen herausrechne. So kommentierte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe seine Prognose, die er pünktlich zum Verhandlungsbeginn aktualisiert hat.

Die Umsätze könnten aber auch noch etwas schwächer ausfallen. Aufträge in deutlichem Umfang seien storniert worden. Zudem verringerten sich die Profite, weil es Geld koste, die Corona-Regeln einzuhalten.

Die IG BAU dringt beim Auftakt in Berlin auf ein Lohnplus von 6,8 Prozent, mindestens aber 230 Euro monatlich. Außerdem soll es ein Wegegeld für die Anreisezeit zur Baustelle geben. Die Arbeitgeber sind konkret auf die Forderungen noch nicht eingegangen. Weitere Verhandlungstermine sind im Juni vorgesehen. Ein Angebot der Arbeitgeber ist noch nicht in Sicht.

Es dürfte wieder keine einfache Runde werden. Vor zwei Jahren ging der Konflikt in die Schlichtung. Der Schlichterspruch des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement brachte den Beschäftigten kräftige Lohnerhöhungen. Im Westen waren es 5,7 Prozent, im Osten insgesamt sogar 7,4 Prozent. Außerdem gab es in beiden Fällen Einmalzahlungen.

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