In- und Ausland

Bedrohungslage in Yangon endet mit Festnahmen

Regierung

Dienstag, 9. März 2021 - 12:15 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Yangon. Erneute protestieren Menschen gegen den Militärputsch in Myanmar. Sie werden von der Polizei bedroht und beschimpft und auch Schüsse werden abgefeuert.

Anti-Coup-Demonstranten mit behelfsmäßigen Schildern beziehen bei einem Protest Stellung. Foto: Uncredited/AP/dpa

Sicherheitskräfte in Myanmar haben in der Nacht zum Dienstag in Yangon (früher: Rangun) rund zwei Dutzend Menschen festgenommen, nachdem sie zuvor viele Stunden lang Hunderte Demonstranten eingekesselt hatten.

„Wir haben gestern im Stadtteil Sanchaung protestiert, wir waren etwa 1000 Leute“, sagte die Augenzeugin Shar Yahmone der Deutschen Presse-Agentur. Am Nachmittag hätten Polizisten die Demonstranten plötzlich umzingelt, worauf diese in umliegenden Häusern Schutz gesucht hätten.

Am Abend habe die Polizei die Leute immer heftiger bedroht und beschimpft und auch Schüsse abgefeuert, so Yahmone. „Dann sind sie in einige Häuser eingedrungen und haben Demonstranten festgenommen, bevor sie gegen 3.00 Uhr morgens abgezogen sind.“ Lokalen Medienberichten zufolge sollen mindestens 27 Menschen inhaftiert worden sein.

Zuvor hatte es auch international große Sorge über das Schicksal der Eingekesselten gegeben. Die deutsche Botschaft rief die Einsatzkräfte zu Zurückhaltung auf: „Wir appellieren dringend an die Sicherheitskräfte, keine Gewalt anzuwenden, keine Bürger festzunehmen und alle Demonstranten umgehend friedlich in ihre Häuser zurückkehren zu lassen“, hieß es in einer Mitteilung auf Facebook. Auch die Vereinten Nationen und die Europäische Union forderten eine sofortige Deeskalation der bedrohlichen Lage.

In dem südostasiatischen Land hatte die Armee Anfang Februar die gewählte Regierungschefin Aung San Suu Kyi aus dem Amt geputscht. Seither kommt es immer wieder zu Massenprotesten. Die Sicherheitskräfte gehen dabei seit Wochen mit zunehmender Gewalt vor und schießen auch immer wieder mit scharfer Munition. Schätzungen zufolge sollen bereits mehr als 60 Menschen getötet worden sein.

© dpa-infocom, dpa:210309-99-748380/2

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