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Bericht: Schlepper ertränkt 29 Migranten vor Jemens Küste

Migration

Donnerstag, 10. August 2017 - 14:42 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Sanaa. Das Schleusen von Flüchtlingen über das Mittelmeer ist ein oft tödliches Milliardengeschäft. Jetzt wird bekannt, dass ein Schlepper fast 30 Flüchtlinge gezwungen haben soll, über Bord zu springen. Sie ertranken jämmerlich.

Flüchtlinge auf dem Mittelmeer: Oft ist es nicht das Wetter, sondern die menschenverachtenden Schleuser, die die Menschen in Lebensgefahr bringen. Foto: Santi Palacios

Ein Schlepper hat der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge vor der Küste Jemens 29 aus Somalia und Äthiopien stammende Migranten ertränkt. Auf einem Boot habe der Schmuggler dort am Mittwoch mehr als 120 Migranten gezwungen, ins Wasser zu springen.

Das berichtete die in Genf ansässige IOM. Kurz darauf hätten Mitarbeiter der Organisation, die an die Vereinten Nationen angegliedert ist, am Strand 29 Leichen in flachen Gräbern entdeckt. 22 Migranten würden außerdem noch vermisst.

Überlebende hätten berichtet, dass der Schlepper sie ins Wasser gestoßen habe, als er an der Küste Behördenmitarbeiter entdeckte, teilte IOM mit. Er habe sich dann auf den Rückweg nach Somalia gemacht, um auf derselben Route mehr Migranten an die jemenitische Küste zu bringen. Die Tat sei „schockierend und unmenschlich“, sagte Laurent de Boeck, Leiter der IOM-Mission im Jemen.

Im Jemen kämpfen seit Jahren schiitische Huthi-Rebellen gegen Truppen der sunnitischen Regierung. Der Bürgerkrieg hat das bitterarme Land auf der arabischen Halbinsel in eine schwere Krise gestürzt. Dennoch kamen nach IOM-Schätzungen bisher rund 55 000 Migranten vom Horn von Afrika über das Rote Meer und den Golf von Aden. Teils hoffen sie auf Arbeit in den wohlhabenden Golfstaaten, teils flüchten sie vor Konflikten in ihren Heimatländern.


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