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In- und Ausland

Bericht: Todesschütze in Florida veröffentlichte Manifest

Kriminalität

Samstag, 7. Dezember 2019 - 12:28 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Riad/Washington. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf einem US-Militärstützpunkt zu tödlichen Schüssen gekommen: Ein Soldat aus Saudi-Arabien tötete in Florida mehrere Menschen. Zuvor scheint der Täter eine Botschaft verfasst zu haben.

Polizeifahrzeuge blockieren die Zufahrt zur Naval Air Station in Florida. Foto: Tony Giberson/Pensacola News Journal/AP/dpa

Der Schütze, der auf einem Militärstützpunkt im US-Bundesstaat Florida drei Menschen tötete, hat Berichten zufolge vor der Tat ein Manifest auf Twitter veröffentlicht.

Die Site Intelligence Group und das Middle East Media Research Institute, die Online-Propaganda von Extremisten untersuchen, veröffentlichten nach Angaben der „Washington Post“ Auszüge der Botschaft. Diese soll der Schütze, den US-Ermittler als Soldaten der saudischen Luftwaffe identifizierten, wenige Stunden vor der Tat bei Twitter geteilt haben.

„Ich bin gegen das Böse, und Amerika als Ganzes hat sich in eine Nation des Bösen verwandelt“, schreibt der Autor einer archivierten Fassung des Tweets zufolge. „Ich bin nicht nur gegen euch, weil ihr Amerikaner seid, ich hasse euch nicht wegen eurer Freiheiten, ich hasse euch, weil ihr jeden Tag Verbrechen nicht nur gegen Muslime sondern auch gegen die Menschheit finanziert und begeht.“ Die USA erinnerten ihn an Truppen, die in andere Länder „einmarschieren“, an das Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba sowie an Marschflugkörper, Streubomben und Drohnen.

Ob es sich tatsächlich um das Twitter-Konto des Schützen handelte, ließ sich nicht unabhängig bestätigen. Das Konto war am Freitag deaktiviert worden.

Der Schütze hatte in einem Schulungsraum auf dem Militärgelände in Florida drei Menschen getötet und acht weitere verletzt, bevor Einsatzkräfte ihn erschossen.

Auf dem Stützpunkt befinden sich nach Angaben von Navy-Vertreter Timothy Kinsella regelmäßig Militärangehörige von verbündeten Streitkräften zur Ausbildung. Das Tragen von Waffen sei ihnen dort nicht gestattet, erklärte er.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, der saudische König Salman habe ihn angerufen, um sein Beileid auszudrücken. Der König habe den „barbarischen“ Angriff verurteilt. Der Täter stehe nicht für die Menschen Saudi-Arabiens, die „das amerikanische Volk lieben“, zitierte Trump den König weiter.

Erst am Mittwoch hatte ein Angehöriger der US-Marine auf dem Militärstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii zwei Zivilangestellte getötet und sich anschließend selbst erschossen. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt geworden. Pearl Harbor ist einer der größten Stützpunkte der US Navy im Pazifik.

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