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In- und Ausland

Bericht zu Kindern als Gewaltopfer

Kriminalität

Dienstag, 5. Juni 2018 - 09:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden die meisten Kinder von ihren Eltern geschlagen, manche geradezu verprügelt. In großen Teilen der Bevölkerung ist das inzwischen vorbei. Trotzdem ist gewaltfreies Aufwachsen für Kinder noch nicht garantiert.

Handpuppe in einem Untersuchungsraum der Kinderschutzambulanz der Medizinischen Hochschule. Die Kinderhilfe und das Bundeskriminalamt informieren über das Thema Kinder als Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Foto: Julian Stratenschulte

Die Kinderhilfe und das Bundeskriminalamt (BKA) informieren heute über das Thema Kinder als Opfer von Gewalt. Dazu soll bei einer Pressekonferenz (12.00 Uhr) eine detaillierte Auswertung der Kriminalstatistik des vergangenen Jahres vorgestellt werden.

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Dabei geht es sowohl um sexuellen Missbrauch von Kindern als auch um das Schlagen von eigenen Kindern durch ihre Eltern. Verschiedene Experten sind bei der Präsentation dabei: BKA-Präsident Holger Münch, Kinderhilfe-Chef Rainer Becker, der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, sowie der Leiter des Kompetenzzentrums Kinderschutz in der Medizin, Professor Jörg M. Fegert.

Wie viele Kinder Opfer von Gewalt werden, ist unklar. Fast jeder siebte (13,9 Prozent) Deutsche ist nach eigenen Angaben schon einmal Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter etwa 2500 Bundesbürgern zwischen 14 und 94 Jahren, die Forscher der Universität Ulm im März 2016 vorstellten. Knapp ein Drittel (30,8 Prozent) der Befragten gab an, in der Kindheit körperliche oder emotionale Gewalt erfahren zu haben.

Schläge sind aber heutzutage deutlich weniger akzeptiert als früher. Eine Tracht Prügel mit Blutergüssen oder das Schlagen mit einem Stock sahen in einer Studie von 2016 nur noch 0,1 beziehungsweise 0,4 Prozent als vertretbar an (2005: jeweils 1,9 Prozent). Eine leichte Ohrfeige bewerteten 17 Prozent als in Ordnung (2005: 53,7 Prozent), Einen „Klaps auf den Po“ hielten 44,6 Prozent für akzeptabel (2005: 76,2 Prozent).

In einer Studie heißt es, Kinder in armen Familien würden deutlich öfter geschlagen als Kinder in wohlhabenderen und gebildeteren Familien. Manche Pädagogik-Professoren widersprechen und sagen, Gewalt gegen Kinder gebe es in Hartz-IV-Familien genauso wie in Akademikerfamilien.

Zusätzliche Probleme entstehen über das Internet. Soziale Netzwerke veränderten Gewalt gegen Kinder. Sexualtäter suchen darüber Kontakt zu Kindern. Und auch Cyber-Mobbing durch Gleichaltrige ist ein zunehmendes Phänomen des Internetzeitalters.

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