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Biden: Große Nationen „arbeiten ihre dunklen Seiten auf“

Regierung

Mittwoch, 2. Juni 2021 - 01:05 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Washington. Vor 100 Jahren tötete ein weißer Mob in Tulsa rund 300 schwarze Menschen. Am Stichtag fordert US-Präsident Biden die Bürger dazu auf, auch die dunklen Seiten der Geschichte ihres Landes aufzuarbeiten.

US-Präsident Joe Biden (l) an der Seite von Marcia Fudge, Ministerin für Wohnungsbau und Stadtentwicklung in Oklahoma. Auf den Tag genau 100 Jahre nach einem Massaker an Schwarzen in der Stadt Tulsa hat Biden die Amerikaner zur Auseinandersetzung mit dem Rassismus in der Geschichte ihres Landes aufgerufen. Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Auf den Tag genau 100 Jahre nach einem Massaker an Schwarzen in der Stadt Tulsa hat US-Präsident Joe Biden die Amerikaner zur Auseinandersetzung mit dem Rassismus in der Geschichte ihres Landes aufgerufen.

„Das ist es, was große Nationen tun. Sie arbeiten ihre dunklen Seiten auf“, sagte Biden bei einem Besuch in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma. Rassistischer Hass habe die Gesetze und die Kultur in den USA mitgeprägt. „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir so tun, als wäre das alles nie passiert und als hätte das keine Auswirkungen auf uns heute.“ Biden betonte, nach Einschätzung der amerikanischen Geheimdienste gehe die größte Gefahr für die USA von rechtsextremistischem Terrorismus aus.

Biden war in Tulsa mit den letzten drei noch lebenden Zeitzeugen des Massakers vom 1. Juni 1921 zusammengekommen, die heute nach Angaben des Weißen Hauses zwischen 101 und 107 Jahre alt sind. Damals hatte ein weißer Mob das Viertel Greenwood angegriffen und nach Schätzungen rund 300 Schwarze getötet, die Häuser und Wohnungen von etwa 10.000 Menschen wurden zerstört. Greenwood war trotz der damals in den USA noch gesetzlich verankerten Diskriminierung Schwarzer ein Ort gewesen, an dem eine sehr erfolgreiche schwarze Gemeinschaft gewachsen war. Das Viertel wurde daher häufig als „Schwarze Wall Street“ bezeichnet.

Biden kündigte in Tulsa Maßnahmen an, um die Wohlstandslücke zwischen Weißen und ethnischen Minderheiten in den USA zu verkleinern. Seine Regierung teilte mit, unter anderem solle der Kampf gegen Diskriminierung auf dem Immobilienmarkt verstärkt werden. Die Bundesregierung werde außerdem die Auftragsvergabe an kleine Unternehmen, die im Besitz von Angehörigen von Minderheiten sind, um 50 Prozent erhöhen.

© dpa-infocom, dpa:210602-99-827517/2

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