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Britischer Handel warnt vor „Zollbombe“ bei No-Deal-Brexit

Einzelhandel

Freitag, 11. Dezember 2020 - 10:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa London. Bei den Verhandlungen über einen Brexit-Handelspakt deutet sich weiter keine Einigung ab. Für Verbraucher in Großbritannien könnte das schwerwiegende - und vor allem teure - Folgen haben.

Gemüse und Obst könnten im Fall eines No-Deal-Brexit in Großbritannien deutlich teurer werden. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der britische Handelsverband BRC hat vor einer „Zollbombe“ für Supermärkte und Verbraucher gewarnt, falls das Vereinigte Königreich sich nicht mit der EU auf einen Brexit-Handelspakt einigt.

In diesem Fall würden Zölle von durchschnittlich mehr als 20 Prozent auf frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse fällig, die aus der EU importiert werden, teilte der BRC (British Retail Consortium) mit. Derzeit stammen rund 80 Prozent der britischen Lebensmitteleinfuhren aus der Europäischen Union.

Wenige Wochen vor dem Ende der Übergangsphase am 31. Dezember, in der Großbritannien noch Mitglied der Zollunion und des EU-Binnenmarktes ist, sei es „alarmierend“, dass noch kein Handelsvertrag geschlossen wurde, sagte der BRC-Experte Andrew Opie. „Es gibt keine Möglichkeit für Einzelhändler, Auswirkungen auf Lebensmittel und andere wichtige Güter völlig zu verhindern.“ Einer Studie der Wohltätigkeitsorganisation Food Foundation zufolge muss eine britische Familie mit vier Prozent Mehrkosten für Obst und Gemüse rechnen, falls die höheren Zölle direkt an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben werden.

Zuvor hatte bereits der Chef des Einzelhandelsriesen Tesco, John Allan, gewarnt, dass der durchschnittliche Lebensmitteleinkauf um rund fünf Prozent teurer werden könnte. Außenminister Dominic Raab hatte zwar eingeräumt, dass ein „steiniger Weg“ voraus liege. Er sei aber „nicht beunruhigt“ über mögliche Preissteigerungen oder vorübergehende Knappheit mancher Waren.

© dpa-infocom, dpa:201211-99-652716/2

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