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Bundesregierung hält Corona-Massentests nicht für sinnvoll

Gesundheit

Freitag, 4. Dezember 2020 - 14:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Welcher Weg ist im Kampf gegen das Coronavorus der richtige? Während die Regierung in Wien nun für freiwillige Massentests wirbt, setzt die Bundesregierung auf eine andere Strategie. Bei weiter steigenden Infektionszahlen ist auch ein weiterer Corona-Gipfel noch dieses Jahr denkbar.

Blick in ein Probe-Impfzentrum in Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Arnold/dpa

Während Österreich zur Eindämmung der Corona-Pandemie jetzt auch auf Massentests setzt, geht Deutschland einen anderen Weg. Bund und Länder stützten sich bei ihrer Test-Strategie auf eine sehr ausdifferenzierte Empfehlung des RKI, so ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

Diese sehe vor, dass man gezielt teste und nicht in der Fläche. Virologen und andere Experten hätten der Bundesregierung versichert, dass Massentests wenig Aussagekraft hätten. Es sei besser, „immer dort hinzugehen, wo Infektionsfälle auftreten“, sagte der Sprecher am Freitag in Berlin.

Unterstützung erhielt die Bundesregierung für ihren Kurs von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. „Massentests sind Strohfeuer“, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch. Für den Infektionsschutz der Bevölkerung seien sie unbrauchbar, gleichzeitig werde für diesen politischen Aktionismus „viel Geld verbrannt“.

In der Hauptstadt Wien und einigen anderen Regionen Österreichs haben am Freitag freiwillige Massentests begonnen. Die Kapazität liegt in Wien bei bis zu 150.000 Tests pro Tag. Ziel der österreichischen Regierung ist es, durch die vielen Tests besonders auch symptomfreie Infizierten zu entdecken, um so Infektionsketten zu durchbrechen. Massentests gab es zuvor bereits in anderen Staaten wie der Slowakei oder Regionen.

Für den Fall weiter steigender Infektionszahlen ist ein weiterer Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten in diesem Jahr nicht ganz ausgeschlossen. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies am Freitag auf die Vereinbarung, dass eigentlich erst am 4. Januar über das weitere Vorgehen beraten werden soll. Er betonte allerdings auch: „Ganz grundsätzlich ist es natürlich immer möglich, dass auch kurzfristig Bund-Länder-Konferenzen einberufen werden.“

Gleichzeitig rief Seibert dazu auf, verantwortungsvoll mit den beschlossenen Lockerungen zu Weihnachten umzugehen. Die vereinbarten Sonderregeln für die Feiertage seien keine Aufforderung, diese Möglichkeiten komplett auszuschöpfen. Jeder müsse sich überlegen: „Wie verhindern wir, dass aus einem Familienfest, aus einem Weihnachtsfest eine Infektionsquelle wird?“ Über Weihnachten werden die Kontaktbeschränkungen in den meisten Bundesländern aufgeweicht: Bei Familienfeiern dürfen dann bis zu zehn Menschen plus Kinder bis 14 Jahren zusammenkommen.

© dpa-infocom, dpa:201204-99-572358/2

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