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CDU in Mecklenburg-Vorpommern hält an Amthor fest

Parteien

Dienstag, 16. Juni 2020 - 17:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin/Neubrandenburg. Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hält trotz der umstrittenen Nebentätigkeit des Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor zu ihrem Jungstar. Bundes-Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus lehnt eine Bewertung der Vorwürfe zum jetzigen Zeitpunkt ab.

Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hält trotz der Lobbyismus-Vorwürfe an Philipp Amthor fest. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Christdemokraten in Philipp Amthors Bundestagswahlkreis halten trotz seiner umstrittenen Tätigkeit für ein US-Unternehmen an der Kandidatur des 27-Jährigen für den CDU-Landesvorsitz in Mecklenburg-Vorpommern fest.

Die CDU-Kreisvorsitzenden Marc Reinhardt (Mecklenburgische Seenplatte) und Franz-Robert Liskow (Vorpommern-Greifswald) erklärten am Dienstag, Amthor habe weiterhin ihr Vertrauen und die Unterstützung ihrer Verbände. Sie hatten Amthor zu Jahresanfang für das Amt vorgeschlagen.

Der CDU-Kreisvorstand der Mecklenburgischen Seenplatte habe ihn am Montagabend in Neubrandenburg nominiert, sagte Reinhardt. Am Mittwoch will der Kreisverband Ludwigslust-Parchim abstimmen. Vor der Corona-Krise hatten sich bereits Vorpommern-Greifswald und -Rügen sowie Schwerin für Amthor ausgesprochen. Am Freitag berät der CDU-Landesvorstand über die Einberufung eines Sonderparteitags zur Neuwahl des Landesvorsitzenden. Amthor ist nach dem Rückzug von Justizministerin Katy Hoffmeister der bislang einzige Kandidat.

Reinhardt sagte, er habe nicht den Eindruck, dass Amthor von der Kandidatur zurücktreten wolle. Wenn es nur dieser eine Fehler war, wolle er ihn gerne weiter unterstützen, sagte Reinhardt. Amthor sei noch ein junger Mensch. Ähnlich hatte sich Unionsfraktionsvize Johann Wadephul geäußert. „Er ist eben noch jung, und da trifft man im Überschwang noch leichter falsche Entscheidungen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) lehnte eine Bewertung der Lobbyismus-Vorwürfe gegen Amthor zum jetzigen Zeitpunkt ab. „Inwieweit er jetzt gegen das Abgeordnetengesetz verstoßen hat, gegen unsere Arbeitsordnung, gegen unsere Verhaltensregeln, das wird jetzt untersucht“, sagte Brinkhaus. Er gab sich optimistisch, dass Amthor bei der Aufklärung der Vorwürfe ganz transparent sein werde. „Danach werden wir die ganze Geschichte beurteilen.“

Amthor steht in der Kritik, weil er sich für das US-Unternehmen Augustus Intelligence eingesetzt hatte. Nach Veröffentlichung eines „Spiegel“-Berichts hatte Amthor am Freitag seine Arbeit für die US-Firma rückblickend als Fehler bezeichnet. Zwar habe er seine Nebentätigkeit für das Unternehmen bei Aufnahme im vergangenen Jahr der Bundestagsverwaltung offiziell angezeigt. „Gleichwohl habe ich mich politisch angreifbar gemacht und kann die Kritik nachvollziehen. Es war ein Fehler“, erklärte Amthor. Er habe die Nebentätigkeit beendet und Aktienoptionen nicht ausgeübt.

Die Bundestagsverwaltung teilte am Dienstag auf Anfrage mit, die Übertragung von Aktienoptionen wie im Fall Amthor sei nicht anzeigepflichtig. Zum Zeitpunkt dieses Rechtsgeschäfts fließe kein Vermögen zu, sondern das bloße Recht, Aktien zu einem vereinbarten Preis zu erwerben.

In der Debatte forderte der Verein Lobbycontrol härtere Regeln für Abgeordnete. „Wir brauchen offensichtlich schärfere Offenlegungspflichten für Abgeordnete, zum Beispiel für Aktienoptionen“, sagte Timo Lange von Lobbycontrol der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Transparency Deutschland drängte in der Zeitung die CDU, die Unionsfraktion und den Bundestag, den Fall Amthor genau zu untersuchen.

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