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Chef der Bundesnetzagentur: Russland will Gaspreise treiben

Energie

Samstag, 18. Juni 2022 - 13:31 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin/Bonn. Gazprom hatte den Gasfluss durch die Pipeline Nord Stream in den zuletzt verringert. Angeblich wegen Reperaturarbeiten. Doch der Chef der Bundesnetzagentur sieht in der Drosselung eine andere Strategie.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, spricht in Sachen Gaslieferungen aus Russland von einer „angespannten“ Lage. Foto: Oliver Berg/dpa

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sieht in der Drosselung der Gaslieferungen eine klare Strategie Russlands.

Müller sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur: „Russland liefert nun seit Tagen deutlich weniger Gas nach Deutschland und nach Europa. Das soll uns verunsichern und die Preise treiben. Deshalb organisiert die Bundesregierung zusätzliches Flüssiggas und das Gasspeichergesetz wirkt. Gas einsparen und einspeichern für den Winter ist jetzt das Gebot der Stunde.“

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte den Gasfluss durch die Ostseepipeline Nord Stream in den vergangenen Tagen verringert. Begründet wurde dies mit Verzögerungen bei der Reparatur von Verdichterturbinen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte die Drosselung als politisch motiviert eingestuft.

Füllstände liegen jetzt bei rund 56,7 Prozent

Am Samstag bezeichnete die Bundesnetzagentur die Lage der Gasversorgung in Deutschland erneut als „angespannt“. Die Gasversorgung sei im Moment aber stabil, hieß es in einem Bericht. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei derzeit weiter gewährleistet.

Am Freitag hatte die Bundesnetzagentur erstmals seit Ende März die Lage zur Gasversorgung in ihrem täglichen Bericht als „angespannt“ bezeichnet. Zuvor hatte der russische Energiekonzern Gazprom die Gasflüsse durch die Pipeline Nord Stream auf 40 Prozent der Maximalleistung gedrosselt.

Die von den ausbleibenden Lieferungen betroffenen Unternehmen könnten diese Mengen zurzeit anderweitig am Markt beschaffen, so die Behörde. Die Großhandelspreise seien in Folge der Lieferreduzierung spürbar gestiegen und hätten sich zuletzt auf höherem Niveau eingependelt. Es könne weiterhin Gas eingespeichert werden. Die aktuellen Füllstände der Speicher in Deutschland liegen demnach bei rund 56,7 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:220618-99-711077/3

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