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In- und Ausland

China will drei US-Journalisten ausweisen

Krankheiten

Mittwoch, 19. Februar 2020 - 12:09 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Peking. Mit sofortiger Wirkung entzieht China drei US-Journalisten die Pressekarten. Stein des Anstoßes ist ein kritischer Meinungsbeitrag im „Wall Street Journal“.

Nach einem Meinungsbeitrag im „Wall Street Journals“, der China als "wahren kranken Mann" im Kampf gegen den Coronavirus brandmarkte, hat China drei Korrespondenten der Zeitung die Akkreditierung entzogen. Foto: Ou Dongqu/Xinhua/dpa

Aus Protest über einen als beleidigend empfundenen Kommentar im „Wall Street Journal“ zum Ausbruch der Lungenkrankheit hat China drei Korrespondenten der Zeitung die Akkreditierung entzogen.

Ihnen werde mit sofortiger Wirkung die Pressekarte entzogen, teilte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, am Mittwoch vor der Presse in Peking mit.

Der gleichzeitige Entzug der Akkreditierung von drei ausländischen Korrespondenten ist eine ungewöhnlich scharfe Maßnahme. Damit entfällt praktisch auch die Grundlage für ihr Journalistenvisum und ihre Aufenthaltsberechtigung in China, so dass sie ausreisen müssen.

Auslöser der chinesischen Verärgerung ist ein Meinungsbeitrag des amerikanischen Kolumnisten Walter Russell Mead im „Wall Street Journal“ vom 4. Februar. Er trug die Überschrift: „China ist der „wahre kranke Mann“ Asiens.“ Professor Mead unterrichtet internationale Politik am Bard College in Annandale-on-Hudson im US-Bundesstaat New York.

Der Außenamtssprecher beklagte, der Titel, den das Blatt gewählt habe, trage ein „rassistisches Stigma“. Der Beitrag verunglimpfe die Regierung in Peking und die Bemühungen des chinesischen Volkes im Kampf gegen die Lungenkrankheit, was Empörung ausgelöst habe.

Die chinesische Regierung habe beim „Wall Street Journal“ gegen den Artikel protestiert, eine öffentliche und formelle Entschuldigung sowie eine Untersuchung der Verantwortlichkeiten gefordert. Die Zeitung habe aber nichts getan.

Vor diesem Hintergrund habe sich die chinesische Regierung entschieden, die Akkreditierung von drei Korrespondenten zurückzuziehen. „Das chinesische Volk heißt keine Medien willkommen, die rassistische Äußerungen und bösartige Verleumdungen gegen China veröffentlichen“, sagte Geng Shuang.

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