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Chinas Mars-Rover schickt erste Bilder

Raumfahrt

Mittwoch, 19. Mai 2021 - 13:57 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Peking. Erstmals seit seiner Landung hat der chinesische Mars-Rover "Zhurong" Bilder zur Erde geschickt. Doch die Landung ist nur ein Teil von Chinas Raumfahrtprogramm.

Feiertag für das chinesische Staatsfernsehen: Eine Nachrichtensendung über die erfolgreiche Landung einer Sonde auf dem Mars wird auf einem großen Videobildschirm gezeigt. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

In Chinas Raumfahrtprogramm geht es Schlag auf Schlag: Nach der Landung auf dem Mars sandte der chinesische Rover „Zhurong“ am Mittwoch erstmals Bilder zur Erde.

„Alle Systeme arbeiten normal“, berichteten Staatsmedien. Eines der Fotos zeigt den Rover nach der Landung auf dem Roten Planeten, das andere die Trennung von „Zhurong“ und Landegerät, wie das Raumfahrtprogramm berichtete.

Nur wenige Stunden zuvor startete auch eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 4B“ vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi und brachte einen Satelliten zur Meeresbeobachtung ins All. Parallel liefen auf dem anderen Raumfahrtbahnhof Wenchang auf der Insel Hainan in Südchina die Vorbereitungen für den unmittelbar bevorstehenden Start des Cargofluges zum Hauptmodul der künftigen Raumstation Chinas.

Die Rakete vom Typ „Langer Marsch 7“ sollte nach Erwartungen von US-Experten am Mittwoch um 19.30 Uhr MESZ (Ortszeit 01.30 Uhr Donnerstag) starten. Offiziell war der Termin unbestätigt. Doch verhängte die Polizei um den Raumfahrtbahnhof bereits Beschränkungen für den Verkehr, was meist als Hinweis auf einen Start gilt.

„Tianzhou 2“ (Himmlisches Schiff) soll Versorgungsgüter und Treibstoff zu dem Raummodul „Tianhe“ (Himmlische Harmonie) bringen, das am 29. April ins All gebracht worden war. Die Cargomission ist die zweite von insgesamt elf Flügen, mit denen China seine Raumstation „Tiangong“ (Himmelspalast) bis Ende 2022 bauen will.

Das 10,5 Meter lange und 3,35 Meter breite Raumschiff kann 6,5 Tonnen transportieren. Es soll an das Kernmodul andocken und seine Fracht automatisch verladen. Damit soll der Flug von drei Astronauten mit „Shenzhou 12“ im Juni vorbereitet werden. Sie sollen drei Monate an Bord von „Tianhe“ bleiben.

Das Flugprogramm ist eng getaktet: Im September soll ein weiterer Versorgungsflug starten, im Oktober werden drei weitere Astronauten folgen. Um die Raumstation fertig zu bauen, werden nächstes Jahr noch zwei jeweils gut 20 Tonnen schwere Labormodule ins All gebracht, die t-förmig an das Kernmodul anmontiert werden.

2022 sind zusätzlich zwei Frachtflüge sowie zwei bemannte Missionen geplant. Wenn die internationale Raumstation ISS in den nächsten Jahren wie geplant ihren Dienst einstellen wird, wäre China damit das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt.

Erst am Samstag war China erstmals die Landung auf dem Mars gelungen. Auch wurde der Orbiter „Tianwen 1“ erfolgreich in eine Umlaufbahn gebracht, die es ermöglicht, als Relaisstation für die Kommunikation zur Erde zu arbeiten. So konnten die Bilder geschickt werden. Nach der Landung erfasse der Rover „wie geplant“ zunächst seine Umgebung, berichtete das chinesische Raumprogramm.

Bislang haben es nur die USA geschafft, Erkundungsfahrzeuge auf dem Mars zum Einsatz zu bringen. Der Sowjetunion gelang in den 70er-Jahren zwar eine Landung, nach der aber sofort der Kontakt zu der Sonde verloren ging. Auf dem Roten Planeten zu landen, gilt als äußerst schwierig. Bisher war nur etwa die Hälfte aller Versuche erfolgreich.

Chinas Mission ist eine von drei Flügen zum Mars, die im vergangenen Sommer gestartet waren. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA hatten Raumschiffe geschickt. Der US-Rover „Perseverance“ war bereits im Februar gelandet und hat seine Arbeit aufgenommen. 

Der chinesische Lander hatte in der Region Utopia Planitia aufgesetzt. Das nach dem chinesischen Feuergott benannte sechsrädrige Fahrzeug „Zhurong“ soll mindestens drei Monate lang Untersuchungen durchführen. Staatsmedien sprachen von einem „neuen Kapitel“ in dem ehrgeizigen chinesischen Raumfahrtprogramm.

© dpa-infocom, dpa:210519-99-660132/4

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