In- und Ausland

Curevac-Börsenwert stürzt nach Impfstoffenttäuschung ab

Pharma

Donnerstag, 17. Juni 2021 - 15:24 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Tübingen. Der Impfstoffkandidat von Curevac war ein Hoffnungsträger im Kampf gegen Corona, unterstützt mit millionenschweren Staatsbeteiligungen und Finanzspritzen. Doch nun enttäuscht die Wirksamkeit des Stoffs - und die Aktie des Unternehmens bricht ein.

Die Börse hat Curevac für die Ergebnisse der Zwischenanalyse abgestraft. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Der Börsenwert des Biotechnologieunternehmens Curevac ist am Donnerstag massiv abgestürzt.

Das in Tübingen ansässige Unternehmen musste am späten Mittwochabend einräumen, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ erzielt habe.

Der Anteilsschein notierte am Mittag im Xetra-Handel bei rund 43 Euro, das ist ein Minus von 40 Prozent. Im Tagestief war es sogar um mehr als 50 Prozent auf gut 39 Euro abwärts gegangen, womit ein Rekordtief nur knapp vermieden wurde. Im Herbst vergangenen Jahres hatten Spekulationen um den Impfstoff von Curevac den Aktienkurs der Tübinger binnen fünf Wochen von gut 40 auf mehr als 120 Euro nach oben schießen lassen. Etwa zu dieser Zeit hatte Curevac die Zulassung in der EU und in Lateinamerika ins Auge gefasst - aus der bisher aber nichts wurde.

Während der ersten Corona-Infektionswelle 2020 wurde Curevac zu einem so großen Hoffnungsträger, dass sich der deutsche Staat im Rahmen einer Finanzierungsrunde über die Förderbank KfW mit 300 Millionen Euro am Unternehmen beteiligte - wohl auch deshalb, um Fremdzugriffe auf das Know-How zu verhindern. Medienberichten zufolge hatten die USA unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump zuvor versucht, sich exklusiv die Rechte an einem Impfstoff gegen das Coronavirus von Curevac zu sichern.

Später erhielt Curevac für die Forschung an einem Corona-Impfstoff noch eine Finanzspritze des Bundes von 252 Millionen Euro. Zuletzt war der Bund noch mit rund 16 Prozent an den Tübingern beteiligt. Zudem verschaffte sich Curevac 2020 über einen Börsengang in New York sowie mehrmals über Kapitalerhöhungen frisches Geld. Das Unternehmen vereinbarte eine Partnerschaft mit dem Leverkusener Pharmakonzern Bayer. Wacker Chemie hat eine Vereinbarung mit Curevac für eine Auftragsproduktion des Impfstoffes.

Historisch noch enger verzahnt ist Curevac allerdings mit dem SAP-Mitgründer und Investor Dietmar Hopp, der nach wie vor mit rund 47 Prozent größter Aktionär des Unternehmens ist. Hopp investiert seit Jahren privat im Bereich von Biotechnologieunternehmen.

© dpa-infocom, dpa:210617-99-34631/2

Ihr Kommentar zum Thema

Curevac-Börsenwert stürzt nach Impfstoffenttäuschung ab

Verbleibende Zeichen:

Regeln fürs Kommentieren

Bitte bleiben Sie fair und sachlich. Schreiben Sie keine Kommentare, die Beleidigungen, Verleumdungen oder falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Beiträge, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht (siehe Netiquette).

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar unter Ihrem echten Namen veröffentlicht wird!


captcha