In- und Ausland

Datenleck soll Ausmaß der Unterdrückung in Xinjiang zeigen

Menschenrechte

Dienstag, 24. Mai 2022 - 11:03 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. China bestreitet, dass es Umerziehungslager für Uiguren und andere Minderheiten gibt. Das seien „Fortbildungseinrichtungen“. Ein Medienverbund veröffentlicht nun ganz andere Informationen.

Uiguren und andere Gläubige beten während des Gottesdienstes in der Id-Kah-Moschee in Kashgar in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang im Westen Chinas. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Neue Enthüllungen aus einem Datenleck veranschaulichen nach Medienberichten das Ausmaß der Verfolgung und Masseninternierung in der nordwestchinesischen Region Xinjiang.

Über die „Xinjiang Police Files“ berichtete am Dienstag ein internationaler Medienverbund, an dem unter anderen das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, der Bayerische Rundfunk, die britische BBC, USA Today und die Zeitung „Le Monde“ beteiligt sind.

Die Veröffentlichung fällt zusammen mit dem laufenden China-Besuch der UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet, die auch Xinjiang besuchen will. Die Unterlagen, Tausende Fotos und offizielle Reden bieten nach den Medienberichten einen seltenen Einblick in die Umerziehungslager und die Behandlung von Uiguren und anderen Minderheiten sowie die harte Linie der chinesischen Herrschaft.

Die Informationen widersprechen nach diesen Angaben den offiziellen chinesischen Äußerungen, dass es sich bei den Lagern um „Fortbildungseinrichtungen“ handele, die freiwillig besucht würden. Das Datenmaterial war den Berichten zufolge dem Forscher Adrian Zenz zugespielt worden, der an der Washingtoner „Victims of Communism Memorial Foundation“ arbeitet und schon früher mit anderen Veröffentlichungen die Verfolgung in Xinjiang dokumentiert hat.

© dpa-infocom, dpa:220524-99-409517/2

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