In- und Ausland

Dax beendet starkes Quartal mit Kursgewinnen

Börsen

Montag, 1. April 2019 - 13:12 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Vor dem Wochenende hat sich der deutsche Aktienmarkt von seiner freundlichen Seite gezeigt. Nach Fortschritten in den US-chinesischen Handelsgesprächen und starken Zahlen vom US-Häusermarkt legte der Dax am Freitag um 0,86 Prozent auf 11.526,04 Punkte zu.

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Damit verbuchte er auf Wochensicht ein Plus von 1,4 Prozent. Im beendeten ersten Börsenquartal brachte es der deutsche Leitindex auf einen beachtlichen Gewinn von gut neun Prozent.

Die USA und China gaben sich in den Verhandlungen über eine Lösung des Handelsstreits optimistisch. US-Finanzminister Steven Mnuchin erklärte per Twitter, der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und er hätten „konstruktive“ Gespräche in Peking geführt. Dazu gesellten sich am frühen Nachmittag gute Konjunkturdaten: In den USA stieg die Zahl der verkauften Neubauten im Februar deutlich stärker als erwartet.

Der Dax hatte sich zuletzt schwer getan und konnte in den vergangenen beiden Handelstagen die Hürde bei 11 500 Punkten nicht nachhaltig überwinden. Dies gelang ihm nun zum Wochenausklang. Der MDax der mittelgroßen Werte MDax rückte am Freitag um 0,70 Prozent auf 24.722,02 Punkte vor. Seit Jahresbeginn steht für den MDax sogar ein Plus von 14,5 Prozent zu Buche.

Am Nachmittag lastete die erneute Ablehnung des Brexit-Vertrags im britischen Parlament vorübergehend auf den Kursen. Der Dax wetzte diese Scharte jedoch rasch wieder aus.

Im Dax verschaffte ein in Aussicht stehender Großauftrag aus Brasilien für die Marinesparte von Thyssenkrupp der Aktie Auftrieb. Sie legte an der Index-Spitze um fast vier Prozent zu - allerdings waren die Papiere am Vortag noch auf den tiefsten Stand seit Juni 2012 gefallen.

Trotz eines Dementi litten Wirecard-Aktien unter einem neuerlichen negativen Bericht der „Financial Times“: Sie lagen mit fast neun Prozent Minus abgeschlagen am Dax-Ende. Die Aktien waren am Dienstag noch nach oben geschnellt, nachdem sich das Unternehmen im Zusammenhang mit von der Zeitung erhobenen Vorwürfen entlasten konnte. Den jetzigen Bericht verwarf Wirecard als „Teil einer Reihe von falschen und irreführenden Informationen“ und reichte Klage gegen das Blatt und den maßgeblichen Autor ein.

Wegen des Dividendenabschlags von 70 Cent je Aktie waren die Papiere der Deutschen Telekom am Freitag rein optisch unter den Dax-Schlusslichtern. Eine gestrichene Kaufempfehlung der Investmentbank Credit Suisse lastete dagegen nicht auf dem Kurs.

Eine Verkaufsempfehlung der Commerzbank warf hingegen am MDax-Ende die Papiere des Medizintechnikherstellers Carl Zeiss Meditec um mehr als sieben Prozent zurück.

Ein als überraschend stark eingestufter Geschäftsausblick des Entwicklers von Bausoftware Nemetschek beflügelte den Aktienkurs. Er setzte die Rally an der MDax-Spitze mit einem Plus von mehr als zehn Prozent fort und blieb damit nur knapp unter dem Rekordhoch vom vergangenen September.

Ein Kursfeuerwerk brannten die Aktien von SLM Solutions ab. Um mehr als 50 Prozent schossen die Anteile des Herstellers von 3D-Metalldruckern nach oben. Der Großaktionär Elliott stockt den Anteil am Unternehmen auf und der Aufsichtsrat soll umgebaut werden.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann am Freitag 0,95 Prozent auf 3351,71 Zähler. Die Börsen in Paris und London schlossen ebenfalls mit freundlicher Tendenz. Zum europäischen Börsenschluss legte der Dow Jones Industrial um rund ein halbes Prozent zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,14 Prozent am Vortag auf minus 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,03 Prozent auf 143,19 Punkte nach. Der Bund-Future stieg am Abend um 0,11 Prozent auf 166,41 Punkte. Der Eurokurs trat mit 1,1224 US-Dollar auf der Stelle. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1235 (Donnerstag: 1,1218) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8901 (0,8914) gekostet.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.