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Debatte über Fleischbranche: „Ausbeutung ist eine Schande“

Arbeitsmarkt

Donnerstag, 10. September 2020 - 12:52 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie erneut scharf kritisiert.

Der Entwurf des Arbeitsschutzkontrollgesetzes sieht vor, dass Kerntätigkeiten in der Fleischwirtschaft wie Schlachten, Zerlegen und Verarbeiten künftig nicht mehr von betriebsfremden Beschäftigten ausgeführt werden dürfen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

In einer Bundestagsdebatte zum Arbeitsschutzkontrollgesetz, das Verschärfungen für die Branche vorsieht, prangerte der SPD-Politiker überlange Arbeitszeiten, schlechte Unterbringung und fehlenden Corona-Schutz in Schlachtbetrieben an. Es handele sich um Zustände, die teilweise, aber in erheblichem Umfang in der deutschen Fleischindustrie herrschten. „Diese Ausbeutung ist eine Schande für unser Land, und wir werden damit aufräumen“, sagte Heil.

Der Gesetzentwurf, der am Donnerstag in erster Lesung im Bundestag behandelt wurde, sieht vor, dass Kerntätigkeiten in der Fleischwirtschaft wie Schlachten, Zerlegen und Verarbeiten künftig nicht mehr von betriebsfremden Beschäftigten ausgeführt werden dürfen. Werkverträge und Leiharbeit sollen in der Branche von 2021 an verboten sein. Ausgenommen sind Fleischerhandwerksbetriebe mit bis zu 49 Mitarbeitern. Nach gehäuften Corona-Infektionen in Fleischbetrieben waren die Arbeitsbedingungen in der Branche erneut in den Fokus gerückt.

© dpa-infocom, dpa:200910-99-504620/2

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