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Eifel-Ort: „Es gibt Tote, es gibt Vermisste“

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Donnerstag, 15. Juli 2021 - 11:22 Uhr

von Von Jan Brinkhus und Sophia Weimer, dpa

dpa Ahrweiler/Eifel. „Es gibt Tote, es gibt Vermisste, es gibt viele, die noch in Gefahr sind“: Die Schilderungen von Malu Dreyer klingen unvorstellbar. Überflutungen und Dauerregen haben mehrere Orte in Rheinland-Pfalz zerstört.

Der Eifel-Ort Schuld ist durch das Hochwasser besonders stark betroffen. Foto: Christoph Reichwein/TNN/dpa

Die Wassermassen fressen sich regelrecht durch die Orte. Es sind unfassbare Bilder und Szenen, die sich am Donnerstagmorgen in der Eifel abspielen.

Das, was die meisten Menschen in Deutschland bislang nur aus weiter Ferne kannten, ist plötzlich ganz nah: Mindestens vier Menschen sterben nach Überflutungen und Dauerregen im Landkreis Ahrweiler. Im Eifel-Ort Schuld werden knapp 70 Menschen vermisst, sechs Häuser sind eingestürzt, viele instabil. Menschen fliehen in Not auf ihre Hausdächer und warten auf Rettung.

Dreyer im Landtag: „Es ist wirklich verheerend“

Als die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu Beginn der Landtagsplenarsitzung in Mainz das Wort ergreift, wird deutlich, welche Katastrophe sich gerade ereignet hat. „Es gibt Tote, es gibt Vermisste, es gibt viele, die noch in Gefahr sind“, sagt Dreyer zu Beginn der Landtagsplenarsitzung in Mainz. „Es ist wirklich verheerend.“ Ganze Orte seien überflutet, Häuser einfach weggeschwommen. Polizeihubschrauber seien unterwegs, um Menschen von Hausdächern zu retten. Auch die Bundeswehr helfe mit rund 200 Soldaten. Es gebe sehr viele Vermisste, sagt Dreyer. Es sei unklar, ob sie sich selbst hatten retten können. Sie zu erreichen sei schwierig, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

Kleiner Ort Schuld besonders betroffen

Den kleinen Ort Schuld in Rheinland-Pfalz hat es besonders schwer getroffen. Das Dorf mit etwa 700 Einwohnern - nahe der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen - liegt in einer Schleife an der Ahr, die normalerweise ein kleiner Fluss ist. Nun hat sich die Ahr in ein reißendes Gewässer verwandelt.

Nur wenige Details sind anfangs bekannt. Die Fluten haben mehrere Häuser weggerissen. Es läuft ein dramatischer Rettungseinsatz, weil sich Dutzende Menschen auf den Dächern von Häusern in Sicherheit gebracht haben - das lässt sich aus den wenigen Informationen erahnen, die von der Polizei kommen. Viele weitere Häuser gelten als einsturzgefährdet.

Braune Schlammmassen

Auch im Bitburger Stadtteil Erdorf zeigt sich, welche Wucht das Wasser entwickelt hat, braune Schlammmassen stürzen regelrecht durch die Straßen. Auf Luftaufnahmen von Schuld ist zu sehen, wie Teile des Ortes in den Fluten mit Geröll und Schlamm nahezu versinken.

Die Gemeinde Kordel im Landkreis Trier-Saarburg mit rund 2000 Einwohnern ist am Donnerstag nicht erreichbar, das Hochwasser schnitt alle Zufahrtswege ab. Man versuche nun, mit Hilfe der Bundeswehr mit Wasserfahrzeugen die Bewohner zu erreichen, sagt ein Kreissprecher. Ähnliche Rettungsaktionen gebe es auch an dem wenige Kilometer entfernten Fluss Sauer.

© dpa-infocom, dpa:210715-99-390891/3

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