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In- und Ausland

Entscheidung über U-Haft gegen festgenommenen Syrer erwartet

Terrorismus

Mittwoch, 1. November 2017 - 04:49 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Karlsruhe/Schwerin. Die Bundesanwaltschaft ist sich sicher: Der junge Syrer wollte einen Terroranschlag mit möglichst vielen Toten verüben. Doch Spezialkräfte der Polizei kamen dem 19-jährigen mutmaßlichen Islamisten zuvor und nahmen ihn fest. Heute wird entschieden, ob er in U-Haft kommt.

Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe. Foto: Uwe Anspach

Einen Tag nach der Festnahme eines jungen Syrers in Schwerin wegen Terrorverdachts soll dieser heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Er muss entscheiden, ob Haftbefehl erlassen und Untersuchungshaft angeordnet wird.

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Spezialkräfte der Polizei hatten den 19-Jährigen am Dienstag festgenommen. Nach den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft hat er seit Juli einen Bombenanschlag mit hochexplosivem Sprengstoff geplant und bereits konkret vorbereitet. Sein Ziel sei es gewesen, möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, es sei gelungen, einen „schweren Terroranschlag in Deutschland“ zu verhindern.

Wie Behördensprecherin Frauke Köhler weiter sagte, hatte der junge Mann über das Internet auch Kontakt zu einer Person, die sich selbst als „Soldat des Kalifats“, also als Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), bezeichnete.

Im Zusammenhang mit der Festnahme am frühen Dienstagmorgen gab es in insgesamt drei Wohnungen in Schwerin und auch in Räumen in Hamburg Durchsuchungen. Nach Angaben eines Polizeisprechers deuten die sichergestellten Utensilien auf den geplanten Bau eines Sprengsatzes mit großer Wirkung hin. Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort gab es dem Vernehmen nach nicht.

Spezialkräfte der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes und der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns hatten den Verdächtigen gegen 6 Uhr in einem Plattenbau im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf festgenommen, in dem zahlreiche Flüchtlinge untergebracht sind.

„Nach allem was wir wissen, erfolgte der Zugriff zum richtigen Zeitpunkt: spät genug, um Beweise zu sichern und gleichzeitig früh genug, um die Gefahr zuverlässig zu bannen“, erklärte de Maizière. Alle Beteiligten hätten „hervorragende Arbeit“ geleistet, lobte der Minister die Ermittlungen und das Vorgehen von Verfassungsschutz, Kriminalpolizei, der Sonderpolizeieinheiten von Bund und Ländern sowie der Justiz.

laut Bundesanwaltschaft hatte der Syrer spätestens im Juli mit der Beschaffung elektronischer Bauteile und Chemikalien begonnen - darunter Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid enthaltende Oxidatorlösungen. Beide Chemikalien sind neben Aceton Bestandteile des hochexplosiven Sprengstoffs TATP. Dieser sollte offenbar als Initialsprengstoff für eine größere Sprengladung dienen. Es seien auch Bauteile für eine Fernzündung gefunden worden.

Deutschland und andere europäische Länder wurden schon wiederholt Ziel islamistischer Anschläge. Den schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland gab es am 19. Dezember 2016 in Berlin. Der Tunesier Anis Amri raste mit einem Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt und tötete insgesamt zwölf Menschen.

Sprengstoff kam zum Einsatz, als sich im Juli 2016 im bayerischen Ansbach ein 27-jähriger syrischer Flüchtling auf einem Platz vor einem Musikfestival in die Luft sprengte. Der Attentäter starb, 15 Menschen wurden verletzt. Immer wieder gelingt es den Behörden aber auch, Verdächtige festzunehmen. So zuletzt am Mittwoch vergangener Woche in Berlin, wo ein 40-Jähriger, den die Ermittlungsbehörden der Islamistenszene zurechnen, festgenommen wurde.

Ein Polizist sichert einen Stapel mit Papieren. Foto: Jens Büttner

Anti-Terror-Einsatz: Im Plattenbauviertel Neu Zippendorf in Schwerin wird ein mutmaßlicher Islamist aus Syrien festgenommen. Foto: Bernd Wüstneck

Die Polizei informierte auf Twitter die Bevölkerung. Foto: Bodo Marks

Auch in Hamburg gab es Durchsuchungen in Zusammenhang mit dem in Schwerin festgenommenem Syrer. Foto: Axel Heimken

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