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In- und Ausland

Erdogan-Herausforderer Ince verspricht Erneuerung der Türkei

Wahlen

Samstag, 23. Juni 2018 - 16:41 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Istanbul. Einen Tag vor den Wahlen in der Türkei hat der Präsidentschaftskandidat der größten Oppositionspartei CHP eine grundlegende Erneuerung des Landes versprochen. „Morgen wird es eine ganz andere Türkei geben“, sagte Muharrem Ince vor Hunderttausenden im Istanbuler Stadtteil Maltepe.

Muharrem Ince und seine Frau Ulku bei der letzten Wahlkampfveranstaltung in Istanbul. Foto: Oliver Weiken

Er kündigte an, die Justiz unabhängig zu machen und den Beitrittsprozess mit der EU voranzutreiben. „Sofort, nachdem ich gewählt werde, werde ich die Hauptstädte in Europa besuchen“, sagte er. „Wir werden die Verhandlungen mit der Europäischen Union beschleunigen.“ Ince übte scharfe Kritik an Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

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Am Sonntag werden in der Türkei der Präsident und ein neues Parlament gewählt. Konsequenzen könnte ein Wahlerfolg Inces für die nach UN-Angaben mehr als 3,5 Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei haben: Er kündigte an, auf ihre Rückführung nach Syrien hinzuarbeiten.

Der Kandidat versprach, den Ausnahmezustand in der Türkei innerhalb von 48 Stunden aufzuheben und die Privatsphäre der Bürger zu schützen. „Ich verspreche Euch, dass die Telefone von keinem von Euch abgehört werden.“ Er fügte hinzu: „Ich werde alles Nötige für eine unabhängige und unparteiische Justiz tun.“

Der letzte große Auftritt Inces vor dem Wahlkampfende am Samstagabend zog massenhaft Menschen an. Der Kandidat selber sprach von fünf Millionen Besuchern auf dem Versammlungsplatz in Maltepe. Augenzeugen hielten diese Zahl für zu hoch. Der Staatssender TRT berichtete trotz des Massenauflaufs nicht über den Auftritt, sondern schaltete zu Wahlkampfveranstaltungen von Erdogan, der am Samstag fünf Mal in Istanbul auftreten wollte.

Ince nannte die regierungsnahen Medien in der Türkei „kriecherisch und parteiisch“ und machte Erdogan dafür verantwortlich, dass sie seine Versammlung nicht übertrugen. „Wenn ein faschistischer Kopf wie Erdogan fünf Millionen sieht, dann sagt er, sie sollen nicht senden. Deshalb sagt er es, aus Angst, aus Angst!“, rief Ince. „Das sind seine letzten Zuckungen!“ Die Verantwortlichen bei TRT werde er „vor Gericht stellen“.

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